Wie gefährlich ist die MRT-Untersuchung?

Berichte über Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn verunsichern PSC-Patienten

22.02.2016

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat Warnungen veröffentlicht, dass sich Gadolinium, ein Metall aus Kontrastmitteln, die für MRT-Untersuchungen eingesetzt werden, im Gehirn ablagern kann. Inwiefern diese Ablagerungen gefährlich sind, soll nun untersucht werden. Geraten wird, Untersuchungen mit Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln nach Möglichkeit zu beschränken.

Bei Gadolinium handelt es sich um ein Metall der Seltenen Erden; freie Gadolinium-Ionen sind sehr giftig. In Kontrastmitteln für MRT-Untersuchungen kommt Gadolinium jedoch nicht in freier Form vor, sondern in komplexen Bindungen. Es dient dazu, oft nur schwer erkennbare Organstrukturen besser sichtbar zu machen.

Dass das Gadolinium Probleme bereiten kann, war schon seit längerer Zeit mit Bezug auf die Nieren bekannt: Hier kann Gadolinium offenbar eine schwere Bindegewebserkrankung, die sogenannte nephrogene systemische Fibrose, auslösen.

Nun hat eine Studie gezeigt, dass Gadolinium sich auch bei Patienten ohne Nierenprobleme von der Trägersubstanz lösen und im Gehirn ablagern kann. Diese Ablagerungen zeigten sich schon nach vier entsprechenden MRT-Untersuchungen, und sie waren umso stärker, je mehr solcher Kontrastmittel die Betroffenen in ihrem Leben verabreicht bekommen hatten. Die Ablagerungen blieben dauerhaft im Gehirn.

Die Nachricht verunsichert aktuell viele PSC-Betroffene. Denn bislang galten MRT-Untersuchungen als ungefährlich. Für die Diagnosestellung einer PSC wird eine MRCP in Leitlinien inzwischen als Verfahren der ersten Wahl empfohlen. Danach können MRT-Untersuchungen wiederholt eingesetzt werden, um den Krankheitsverlauf zu kontrollieren und die schwierige Krebsfrüherkennung zu unterstützen. Sollen sie nun auf Kernspin-Untersuchungen verzichten?

Aktuell weiß man nicht, ob die Ablagerungen im Gehirn gefährlich sind. Die Ablagerungen konnten auch nur für ganz bestimmte Kontrastmittel gezeigt werden, nämlich ausschließlich für solche, die in die Vene gespritzt werden und in denen das Gadolinium linear gebunden ist. Daneben gibt es intravenöse Mittel mit anderen Bindungsformen. Und manche MRT-Untersuchungen finden ganz ohne intravenöses Kontrastmittel statt mit Mitteln zum Trinken, die kein Gadolinium enthalten.

Auf den Nutzen von Kernspin-Untersuchungen komplett zu verzichten, erscheint nach der aktuellen Datenlage nicht angebracht. Jedoch sollte sorgfältig geprüft werden, ob die Verwendung eines Kontrastmittels mit Gadolinium, insbesondere in linearer Bindung, wirklich erforderlich ist oder die Untersuchung auf andere Art durchgeführt werden kann. (SIdS/AK PSC)

Quellen:

FDA-Meldungen:

http://www.fda.gov/safety/medwatch/safetyinformation/safetyalertsforhumanmedicalproducts/ucm456012.htm

http://www.fda.gov/drugs/drugsafety/ucm455386.htm

Beispiele für deutschsprachige Artikel zum Thema:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59125

http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/mrt-kontrastmittel-gadolinium-lagert-sich-im-gehirn-ab-13372257

http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/medizin/mrt-kontrastmittel-hinterlaesst-metall-im-gehirn-aid-1.5772127

 

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