Forum (Archiv)

Homöopathie bei CU?

24.06.2011

24.06.2011, 23:42 - Keira
Hallo,

da ich gerade gar nich mehr weiter weiß, habe ich mich nun hier angemeldet und hoffe, dass ihr mir Tips geben könnt weil Ihr diese Situation oder eine Ähnliche vielleicht selbst schon erlebt habt...

Also, seit ca. 4 Jahren ist bei mir die Colitis Ulcerosa diagnostiziert, und ich komme absolut nicht damit klar. Ich bin nun 22, habe mich durch das Abitur total kämpfen müssen, und auch danach nichts weiter erricht weil ich ständig neue Schübe hatte, die auch echt heftig waren.

Jetzt habe ich endlich seit Januar einen Job gefunden und auch ab Oktober einen Studienplatz erhalten.
Und nun, da alle so schien als ob es endlich bergauf gehen würde, habe ich wieder einen total schlimmen Schub.
Ich trau mich vor lauter Schmerzen gar nicht mehr etwas zu essen, und auch meine Ärzte scheinen nicht mehr weiter zu wissen.

Ich habe mit Salofalk, Mesalazin, Azatyoprin, Prograf, Cortison (doppelt so hoch wie eigentlich "vorgeschrieben"), Remica, ... schon ziemlich viel versucht, doch nichts hilft mir auf Dauer.

Mein Arzt meinte nun letzte Woche, dass er mir auf jeden Fall zu einer Operation raten würde, im Bezug auf meine Zukunft, Job, Familie, etc. , da es ja so keine gute Lebensqualität ist.

Ich will mich aber eigentlich auf gar keinen Fall operieren lassen, wirklich nicht. Jedoch will ich auch nicht so weiterleben, als eine die nie was auf die Reihe bekommt, keinen Job hält, weder Ausbildung noch Studium schafft, usw.

Mir fällt nun nur noch eine Möglichkeit ein:
Die Homöopathie.
Habt Ihr damit Erfahrungen gemacht?
Glaubt Ihr, dass mir dort wirklich geholfen werden kann?
Also ich war nun schon bei einer solchen Homöopathin, die mir daraufhin eben ein paar Globuli welche wohl typische "Colitis mittel" sein sollen verschrieben hat.

Ich stehe der Sache wie Ihr merkt sehr skeptisch gegenüber, da ich mich immer frage: wenn es so einfach wäre, das alles zu heilen, dann wäre doch die ganze Schulmedizin umsonst, oder nich?

Und dazu kommt dann noch die Sache mit dem Geld.... Solche Homöopathen sind sehr teuer, und cih weiß nich wie lang/oft ich mir soetwas leisten kann... daher will ich dass nich einfach nur mal "testen" um nachher festzustellen dass ich da ne Menge Geld zum Fenser rausgeworfen habe...

Deshalb frage ich hier EUCH,
sollte man das wagen? Oder lieber die Finger davon lassen?

Liebe Grüße, Keira

25.06.2011, 00:15 - Wüstenblume
Hallo Keira Ich bin Neu hier.
Hast du dich schon mal mit Anthroposophischer Naturheilmittel befasst?
Ich habe seid 15 Jahren CU und habe nur mit Heilmittel und Therapien aus der Anthroposophischer Medizin behandelt.Du brauchst einen guten Anthroposophischer Arzt und viel Geduld.Ein Versuch wäre es wert.Ist aber nicht jedermans Sache.

25.06.2011, 07:00 - blugirl

Zitat:



Mir fällt nun nur noch eine Möglichkeit ein:
Die Homöopathie.
Habt Ihr damit Erfahrungen gemacht?
Glaubt Ihr, dass mir dort wirklich geholfen werden kann?



Nein, da du nicht dran glaubst.

Zitat:


Also ich war nun schon bei einer solchen Homöopathin, die mir daraufhin eben ein paar Globuli welche wohl typische "Colitis mittel" sein sollen verschrieben hat.



Soso und wie heißen die, weißt du das noch? Wie gesagt, nehm ein Stück Zucker zur Hand, verdünne es ca 1000x wahlweise mti Petersilie und glaube fest daran.


Zitat:


Ich stehe der Sache wie Ihr merkt sehr skeptisch gegenüber, da ich mich immer frage: wenn es so einfach wäre, das alles zu heilen, dann wäre doch die ganze Schulmedizin umsonst, oder nich?



Es gibt sicher ganz nette methoden in der Homöopathie aber dass mich Kügelchen heilen die zum Großteil aus Zucker sind...ne echt nicht. vielleicht sollt ich aber auch mal meinen Geist erweitern.

Zitat:


Und dazu kommt dann noch die Sache mit dem Geld.... Solche Homöopathen sind sehr teuer, und cih weiß nich wie lang/oft ich mir soetwas leisten kann... daher will ich dass nich einfach nur mal "testen" um nachher festzustellen dass ich da ne Menge Geld zum Fenser rausgeworfen habe...

Deshalb frage ich hier EUCH,
sollte man das wagen? Oder lieber die Finger davon lassen?

Liebe Grüße, Keira



Tja, das ist eien Frage die kann dir das Forum nicht einheitlich beantworten, denn in der hinsicht ist es gespalten.
Wenn Du es jedoch versuchst solltest Du deinen kompletten spirituellen Glauben da reinsetzen und vor allem nicht zu viel erwarten.

Was nimmst Du denn im Moment noch für Medikamente eigentlich?


Zitat:


Ich habe seid 15 Jahren CU und habe nur mit Heilmittel und Therapien aus der Anthroposophischer Medizin behandelt.Du brauchst einen guten Anthroposophischer Arzt und viel Geduld.Ein Versuch wäre es wert.Ist aber nicht jedermans Sache.


na super.


25.06.2011, 07:23 - Uwe-7
<<Bearbeitet von Uwe-7 am 25.06.2011 07:29>>
Hallo Keira,

willkommen im Forum.

Nach allem, was Du hier geschrieben hast, gehörst Du zu den schwer von einer CU Betroffenen.

Zitat:

Ich habe mit Salofalk, Mesalazin, Azatyoprin, Prograf, Cortison (doppelt so hoch wie eigentlich "vorgeschrieben"), Remica, ... schon ziemlich viel versucht, doch nichts hilft mir auf Dauer.



Hast Du das unter ärztlicher Kontrolle so gemacht? Nicht alles hilft immer nach dem Motto viel hilft viel. Sicher beim Mesalazin kann man höher dosieren, beim Cortison auch, aber bei der Schwere Deiner Erkrankung bitte nie in Eigenregie! Bist Du eigentlich bei einem CED-erfahrenen Gastroenterologen in Behandlung? Das ist superwichtig!

Mein Arzt meinte nun letzte Woche, dass er mir auf jeden Fall zu einer Operation raten würde, im Bezug auf meine Zukunft, Job, Familie, etc. , da es ja so keine gute Lebensqualität ist.



Das kann ich absolut nachvollziehen, würde mir aber auf jeden Fall eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt einholen.

Ich will mich aber eigentlich auf gar keinen Fall operieren lassen, wirklich nicht.



Wer will das schon. Wenn alle anderen Therapie-Optionen ausgeschöpft sind - und das können wir nachdem was Du geschrieben hast, nicht genau erkennen, dann kann tatsächlich eine OP erforderlich werden.

Jedoch will ich auch nicht so weiterleben, als eine die nie was auf die Reihe bekommt, keinen Job hält, weder Ausbildung noch Studium schafft, usw.



Auch das verstehe ich gut. Leider kann man sich nicht alle Lebenssituationen und Krankheitsphasen aussuchen. Und Krankheiten, das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung, können die Lebensplanung ganz schön stören, das ist keine Frage. Dann sortieren sich Prioritäten neu.

Zur Homöopathie hat blugirl aus meiner Sicht alles nötige gesagt. Ich stimme ihr zu.

LG Uwe

25.06.2011, 12:39 - Keira
hallo Ihr. Danke für eure Antworten.

WüstenBlume: Nein, davon habe ich noch nichts gehört. Ich werde aber mal danach googlen. Hast du die Colitis alleine damit in den Griff bekommen? Ganz ohne die Schulmedizin? hattest du seitdem wieder Schübe?

Blugirl: Also, die Mittel waren zum einenBachblütentropfen (um nicht so gestresst zu sein und ruhiger zu werden), zum anderen Veratrum-Homaccord 30ml 2-3x je 5, und Diarrheel SN 50 Tbl. 2-3x je 1 Tbl.
Danke für deine Antwort, leider sehe ich dass alles auch so, und genau deshalb "glaube" ich da auch nich dran :/

Uwe: ja, mein Arzt hat mir das so verschrieben.Anfangs wurde immer versucht mit der normalen dosierung was zu erreichen, aber das hat nie was gebracht. ich wiege nun gerade wieder 49 kilo (bei 1.76) und habe, als ich gemerkt habe ich muss schnell etwas tun, wieder von alleine angefangen cortison zu nehmen, an einem samstag. und zwar 60 mg. mein arzt (sehr guter und geschätzter gastoenterologe) hat mir dann dienstags darauf gleich wieder mindestens 100 mg (wenns nich besser wird bis zu 50 mehr) verschrieben. wäre ich jetzt in dem krankenhaus, in dem ich sonst bin, würde ich die 100 mg intravenös erhalten.

zum glück ist mein HB noch auf einem annehmbaren level, so dass ich nicht direkt ins krankenhaus muss.
ich weiß zwar, dass mir dort gut geholfen wird (es ist ein krankenhaus mit einer speziellen station für colitis und chron patienten, auch in der forschung sind die dort ganz weit vorne mit dabei, und der chef arzt selbt muss sehr sehr gut auf dem gebiet sein) jedoch nennt selbst der mich immer "sein sorgenkind"
und mir gehts im krankenhaus nur noch schlechter... wenn ich mit 3 leuten in nem zimmer lieg, alle haben colitis und jeder hat angst dass wenn er aufs klo muss gerade besetzt is... oder auch dass ständig besuch da is, nie wirklich ruhe, dass sich manche gäste einfach knallhart pizza mitbringen und wir dürfen tagelang überhaupt gar nichts essen...
nene, da gehts mir daheim wesentlich besser.

nun zur homöoüathie:

Genau wie Ihr, denke ich eben auch dass ein so viel verdünntes böbbelchen mir da nich einfach raushelfen kann, wenn so viele krasse medikamente es nicht schaffen...

im Moment nehme ich wie gesagt Prednisolon (150 mg), Salofalk 500mg 3x3x3 , Calcimagon 3D (wegen des Cortison), und Emesan/Ondansetron gegen die übelkeit, omeprazol für den magenschutz und wohl auch bald wieder was zum schlafen, da ich durch das viele Cortison gar nicht mehr runter komm.

25.06.2011, 13:07 - Uwe-7
<<Bearbeitet von Uwe-7 am 25.06.2011 13:08>>
Hi Keira,

ich selbst bin ja nun einer der leichteren CU-Fälle, von daher kann ich Dir das folgende nicht aus eigener Anschauung schreiben: Eine Teilnehmerin aus unserer SHG berichtet, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, ob man z.B. 100 mg Prednisolon als Tablette oder als Infusion erhält. Sie sprach davon, dass die Infusion wesentlich besser wirkt und besser verträglich ist.

Mich persönlich hat das überrascht - aber man lernt halt nie aus.

Zur Homöopathie habe ich folgende Einschätzung: Sicher kann man ergänzend etwas damit tun - wobei ich nicht genau sagen kann was. Aber eine fundierte Therapie bei einem derartig schweren CU-Verlauf, wie Du ihn hast, ist damit nicht möglich. Du verschenkst wertvolle Zeit. Eine angemessene Behandlung des Entzündungsgeschehens ist wichtig - und das geht m.E. nicht mit Zuckerkügelchen.

LG Uwe

25.06.2011, 13:27 - Keira
Danke dir Uwe!

Ja, iich selbst habe auch gemerkt das die Cortison viel besser anschlägt als die Tabletten.
Aber wie gesagt, wenn ich das Krankenhaus also Pro und Contra Liste sehe, dann will ich viel lieber hier bleiben. Da ist dann die höhere Cortison Tabletten Dosis das "kleine Übel".

Ich merke grade, dass sich das ziemlich naiv anhört...
Ich weiß natürlich, dass es hier um die Gesundheit geht und es sich sicherlich uch naiv anhört wenn ich sage "ich will nicht da hin", da man sich eben nich alles aussuchen kann und es letztendlich auch egal ist was man selbst will oder nicht.
Aber ich für mich habe eben gemerkt, dass es mir hier zuhause allegmein besser geht, da ich hier wirklich ausruhen, kraft tanke, nach meinem rhymus den tag verbringen, etc kann.
und auch wenn viele das nicht glauben, oder das vielleicht auch bei vielen gar nicht so ist: schon allein dieser psychische stress löst bei meiner colitis einiges aus..


25.06.2011, 13:29 - Uwe-7
<<Bearbeitet von Uwe-7 am 25.06.2011 13:30>>
Hi Keira,

kannst Du eine derartige Infusion nicht vllt. ambulant - z.B. bei Deinem Gastro kriegen? Nur mal als Idee - keine Ahnung ob das geht, wie gesagt, ich brauchte noch kein Cortison i.V.

LG Uwe

25.06.2011, 13:38 - Keira
Das habe ich auch schon versucht, der würde mich dann aber lieber ins Krankenhaus überweißen (womit er ja gar nich so unrecht hat wahrscheinlich)...

Aber ich habe mir das nach deinem letzten Beitrag auch nochmal überlegt, dass ich ihn montag frage ob er mich nich so ne infusion geben will.
Immerhin hat er mir ja auch immer die Infliximab-(Remicade) Infusion ambulant gegeben.

Ich werds auf jedenfall nochmal ansprechen!

25.06.2011, 23:44 - Maus21
Hallo Keira,

erstmal: es tut mir sehr leid für Dich das es Dir so schlecht geht.

Meine persönliche Meinung zu Deiner Frage ist:

eine schwere CED Erkrankung kommt ohne Schulmedizin im schweren akuten Schub nicht aus.
(In Remission brauchen viele von uns keine Medis).

Ich bin von Homöopathie überzeugt.

Viele sehen nur die "Zuckerkügelchen" und "die können ja gar keine Wirkung haben"; diese Leute verstehen anscheinend die Homöopathie nicht.
Über die Globolis werden die Grundinformationen mitgegeben, welche dem Körper (Selbstheilung) helfen sollen.

Homöopathische Mittel gibt es aber auch inTablettenform. Und ich wette mir Dir das viele " Gegner" nach der Einnahme einer Tablette auch Besserung/ Linderung verspüren.

Ich kann auch eine schulmedizinische Pille nehmen und mir einreden das sie nicht hilft, dann wird sie mir auch nicht helfen.
Klar spielt die Psyche sehr stark mit, bei einer CED sowieso.

Ich bin bei einer Ärztin mit homöopathischer Zulassung. Das heißt das ich nur die Globoli, Tabletten bzw. Tropfen zahlen muss.
Aber ob ich nun die Zuzahlung leiste oder das Mittel selbst zahle ist mir letzten Endes egal.
Mir hilft es.
Sie sagte mir auch anfangs das sie aufpassen muss, dass durch die Mittel kein Schub ausgelöst wird.
Auf meine spöttisch - ironische Frage: Und dann gehe ich hier als geheilt raus ? antwortete sie mir: " Jein; es wird Ihnen allgemein besser gehen, also auch von der Psyche und dies alles zusammen wird sich positiv auf den Crohn auswirken.

Zur OP; ich wurde vor 11 Jahren operiert; aus den geplanten 15cm Dickdarm wurden 70 cm. Und ich muss sagen: hätte ich gewußt wie gut es mir danach geht, hätte ich viel früher nach einer OP gefragt bzw diese in Erwägung gezogen.

Ich habe den Crohn inzwischen seit 43 Jahre.


LG Maus



26.06.2011, 11:23 - Keira
Hallo Maus,


lieben Dank für deine lange Antwort!!

Mit wie vielen Jahren hast du dich denn für die Operation entschieden?
Und warum zu früheren Zeitpunkten dagegen?

Wie verbindest du die Homöopathie und die Schulmedizin?
Nimmst du die Globuli auch in Remission und die Schulmedizin nur bei akuten Schüben? Oder auch zB Mesalazin zur Vorbeugung?

Hast du ein Stoma? oder hast du einen Darmausgang an "normaler" Stelle?

Liebe Grüße

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