Thumb-IBD: Schützen Daumenlutschen und Nägelkauen vor chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?

Studienregistrierungsnummer (im Deutschen Register Klinischer Studien): DRKS00011549

Hintergrund der Studie

 Die „Hygienehypothese“ ist seit mehreren Jahrzehnten ein Erklärungsmodell, warum einige Menschen die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa bekommen und andere nicht. Diese Hypothese rankt sich um die Frage, ob eine (zu) hohe Hygiene im Kleinkindalter dem Immunsystem natürlich vorkommende Umgebungskeime vorenthält und ob eine spätere Exposition (= Erstkontakt mit den Umgebungskeimen erst im Erwachsenenalter) zu einer überschießenden Immunreaktion des Darm-Immunsystems führt. Diese zu hohe Aktivität des Darm-Immunsystems könnte dann über zahlreiche noch unbekannte Schritte zu einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung führen. Daumenlutschen und Nägelkauen erhöhen die Vielfalt von vielen Bakterienstämmen und auch von Parasiten im Mund. Das ist kein schöner Gedanke. Kieferorthopäden raten  zudem vom langfristigen Daumenlutschen ab. Aktuell wurde jedoch erstmalig nachgewiesen, dass das Daumenlutschen und auch das Nägelkauen im Kindesalter zu einer Reduktion des Risikos einer allergischen Sensibilisierung im Erwachsenenalter führen (Lynch et al.: Pediatrics 2016). Wenn durch Daumenlutschen und Nägelkauen die Bakterienvielfalt im Mund steigt, ist es gut vorstellbar, dass dadurch auch die Vielfalt der Darmflora (= des intestinalen Mikrobioms) steigt. Ob das zu einem verminderten CED-Risiko führt, wurde bislang nicht untersucht.

Ziel der Studie

Die deutsche CED-Studiengruppe (German IBD Study Group) will in einer Fall-Kontroll-Studie mit 1025 Geschwisterpaaren überprüfen, ob hygienische Verhältnisse im Kleinkindalter, aber auch Daumenlutschen und Nägelkauen vor Morbus Crohn und Colitis ulcerosa schützen könnten.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

Sie können an der Studie teilnehmen, wenn Sie eine CED haben und folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sind jünger als 40 Jahre
  • Sie haben persönlichen Kontakt zu einem Geschwister ohne CED, das mit Ihnen zusammen aufgewachsen ist

  • Sie haben persönlichen Kontakt zu einer Bezugsperson aus Ihrer Kindheit (z. B. Mutter oder Vater)

Wie kann ich teilnehmen?

Sie, Ihr Geschwister und eine Bezugsperson aus Ihrer Kindheit füllen einmalig und bitte sehr gewissenhaft einen vierseitigen Fragebogen aus. Das dauert etwa 20 Minuten. Wenn Ihr behandelnder Gastroenterologe Mitglied der „German IBD Study Group“ ist, können Sie den Fragebogen inkl. portofreiem Rückumschlag in der Praxis bzw. Ambulanz erhalten. Es ist aber auch möglich, den Fragebogen direkt über den nachfolgenden QR-Code oder unter http://gisg.eu/Fragebogen%20thumb-IBD%20Studie.pdf auszudrucken und per Post an die Studienleitung in Kiel zu senden. Ebenso können Sie per E-Mail an s.buske@kompetenznetz-ced.de oder telefonisch unter 0431 - 592 957 5600 einen Fragebogen inkl. eines portofreien Rückumschlags anfordern.

Was habe ich davon?

Es handelt sich um eine fragebogenbasierte Fall-Kontrollstudie für die weder Sie noch Ihr Arzt eine finanzielle Vergütung erhalten. Sie können aber einen persönlichen und in der Gesamtheit aller Teilnehmer sehr wichtigen Beitrag zur Beantwortung der Frage leisten: „Warum bekommen manche Menschen eine CED und andere nicht“. Über die Ergebnisse der Studie werden wir im „Bauchredner“ berichten.

Abbruch der Studie, Risiken und Datenschutz

Wenn Sie während des Ausfüllens des Fragebogens die Studienteilnahme abbrechen wollen, ist das gerne möglich; Ihre Teilnahme ist völlig freiwillig und anonym, es bestehen keine Risiken und der Datenschutz ist gewährleistet.

Zuständige Ethikkommission

Ethik-Kommission der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Postfach
Bachstraße 18
07740 Jena

Studienleitung

PD Dr. Niels Teich

Interessierte Personen wenden sich bitte an:

Frau Raimonda Gettkowski, Kompetenznetz Darmerkrankungen e. V., Hopfenstraße 60, 24103 Kiel

 

Wir möchten Sie herzlich einladen, an der Studie teilzunehmen.


Erstellt: 14.02.2017 Letzte Änderung: 25.07.2017

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