Psychologische Aspekte und deren möglicher Einfluss auf die Lebensqualität und den Krankheitsverlauf bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) kann zu verschiedenen körperlichen und seelischen Beschwerden führen. Familie, Beruf und Krankheitsaktivität spielen hier eine entscheidende Rolle. Allerdings ist auch jeder Mensch in seiner Persönlichkeit und seinen Charaktereigenschaften verschieden, was wiederum Einfluss auf die Lebensqualität im Rahmen einer chronischen Erkrankung nehmen kann.

Patientinnen und Patienten die mutmaßlich "alleine" sehr gut mit Ihrer Krankheit umgehen können zu unterscheiden von denjenigen, die möglicherweise unterstützende Hilfe benötigen wäre ein erster Schritt, um diese Hilfe zielgerichtet denjenigen zukommen zu lassen, die sie brauchen. Trotz des persönlichen Kontaktes zu Ihrem behandelnden Arzt ist es für Ärzte und Patienten nicht immer einfach dies zu erkennen. Standardisierte Fragebögen können diesbezüglich in Zukunft möglicherweise hilfreich sein. Um dies zu untersuchen möchten wir Sie daher um Ihre Mithilfe bitten, durch die Teilnahme an dieser Umfrage!

1.    Hintergrund

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen können zahlreiche Aspekte des täglichen Lebens beeinflussen. Hierdurch werden die Lebensqualität sowie das körperliche und seelische Wohlbefinden belastet. Ängste und depressive Verstimmung können die Folge sein. Hierdurch kann wiederum auch der Krankheitsverlauf negativ beeinflusst werden. Gerade die Unvorhersehbarkeit einer CED wird häufig als sehr belastend empfunden. In verschiedenen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass psychologische Unterstützung bzw. psychotherapeutische Maßnahmen zu einer Verbesserung des Wohlbefindens und der allgemeinen Lebensqualität führen kann. Auch bei anderen chronischen Erkrankungen wie z.B. einer chronischen Herzschwäche konnte ein klarer Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und dem Verlauf der Erkrankung nachgewiesen werden. Wichtig ist es daher vor allem die Betroffenen zu erkennen, bei denen psychische Faktoren negative Auswirkungen auf eine CED haben, um diese durch therapeutische Maßnahmen zu beheben. 

Hierzu müssen die genauen Hintergründe untersucht werden, sowie Methoden entwickeln werden, um Patienten die Hilfe brauchen und von einer psychologischen Unterstützung profitieren, zu erkennen. Hierzu können in der psychologischen Forschung entwickelte Fragebögen helfen, weswegen dies Kern dieser Umfrage ist.

2.    Zielsetzung

Es wurde ein Fragebogen entwickelt, um den Erkrankungsverlauf und Krankheitsmerkmale von CED, über das rein biologisch medizinische Verständnis hinaus, besser zu verstehen.

Durch den Fragebogen sollen v.a. die nachfolgend aufgeführten Fragen beantwortet werden:

  • Besteht ein Zusammenhang zwischen der Schwere einer CED (gemessen an z.B.: Zahl der Medikamente, Zahl der OPs etc.) und bestimmten Charaktereigenschaften?
  • Wünschen sich CED Patienten z.B. mit besonders schweren Krankheitsverläufen psychologische Unterstützung?
  • Wie kommen CED Patienten mit der unsicheren Krankheitssituation zurecht? Besteht gehäuft eine Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung? Hängt dies mit bestimmten Charaktereigenschaften oder der Schwere der Erkrankung zusammen?

Durch den Fragebogen sollen somit mögliche Wechselwirkungen zwischen Lebensumständen, eigenen Charaktereigenschaften und der Krankheitsaktivität untersucht werden. Dies kann helfen CED und deren Einfluss auf die Lebensqualität besser zu verstehen. Durch diesen Ansatz können möglicherweise Zusammenhänge entdeckt werden, die helfen Patienten mit CED besser und umfassender zu therapieren.

3.    Ablauf und Herangehensweise

Die Datenerfassung soll online über die professionelle Umfrage-Website www.surveymonkey.de erfolgen. Es handelt sich um insgesamt 63 Fragen. Die Bearbeitungszeit wird jedoch vermutlich nicht länger als 30 Minuten betragen. Wichtig zu erwähnen ist es an dieser Stelle, dass die Umfrage streng anonym erfolgt. Durch die o.g. Umfrage-Plattform wird gewährleistet, dass eine Rückverfolgung der Befragungsteilnehmer nicht möglich ist. Ebenso werden durch den Fragenbogen keine Namen, Geburtsdaten oder ähnliches erfragt. Die Teilnahme an der Befragung ist vollständig freiwillig. Durch eine Nichtteilnahme an diesem Projekt können Ihnen keinerlei Nachteile entstehen. Es kann lediglich sein, dass Sie sich aufgrund der näheren Beschäftigung mit Ihrer Erkrankung vorübergehend unwohl fühlen, weil durch die Teilnahme an der Studie Ihre Ängste und Sorgen aktiviert – nicht aber verursacht - werden. Diese Gefühlsreaktionen unterscheiden sich jedoch nicht von denen die erlebt werden, wenn Sie im Alltag mit ihrer Erkrankung konfrontiert sind. Die Studie wurde von der Ethikkommission der medizinischen Fakultät Tübingen positiv begutachtet. Über die Ergebnisse der Untersuchung werden Sie, sobald alle Daten ausgewertet sind, selbstverständlich durch einen Artikel im Bauchredner informiert. Wir möchten uns bereits jetzt für Ihr Interesse und Ihre Teilnahme herzlichst bedanken!
Ihr CED-Team der Abteilung für Gastroenterologie am Universitätsklinikum Tübingen,

Dr. med. Thomas Klag;    Prof. Dr. med. Martin Götz;    Prof. Dr. med. Jan Wehkamp

__________________________________________________________________________
Klinikdirektor - Prof. Dr. N. Malek
Medizinische Universitätsklinik - Abteilung Innere Medizin I
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen
Tel. 07071-2982722; Fax 07071-292095
Sekretariat: angelika.gohde(at)med.uni-tuebingen.de


Erstellt: 03.12.2014 Letzte Änderung: 06.01.2017

Beratung

  • Tafel mit den Worten Beratung und anderen
  • in der Bundesgeschäftsstelle, Telefon 030 2000392 - 11.

    Was wir tun können in unserer Beratung:

    • zuhören und Orientierungshilfen geben,
    • Informationen zu angebotenen Materialien geben,
    • über Verfahren in der Diagnostik und Therapie informieren,
    • im Umgang mit Problemen und Belastungen unterstützen, die sich durch die Erkrankung ergeben (z.B. familiäre, partnerschaftliche, körperliche und seelische Beeinträchtigungen),
    • Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit Betroffenen nennen, sowie
    • gemeinsam nächste Schritte finden.

    Die aktuellen Beratungstermine finden Sie hier.

    ×

    Schreiben Sie uns:

    ×

    400.000 Betroffene in Deutschland brauchen Ihre Hilfe! Helfen Sie mit einer Spende, einer Zustiftung, einer Mitgliedschaft oder Ihrem eigenen Engagement!

    Die DCCV ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind somit steuerlich absetzbar.

  • ×

    Ihre SHG-Kontaktanfrage.

    * = Pflichtfeld

    ×