Aufbau eines Langzeitregisters für Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (10/2017)

Wir suchen Patientinnen und Patienten mit neudiagnostizierter CED zur Teilnahme an einem Langzeitregister

Hintergrund und Zielsetzung des Langzeitregisters

In Deutschland leben aktuell etwa 360.000 Personen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED). Pro Jahr erkranken etwa 5.000 Menschen neu an Morbus Crohn (MC), und 3.000 Menschen neu an Colitis ulcerosa (CU). Weltweit steigt die Zahl der Erkrankten seit Jahren an.

Die Ursachen der CED sind vielschichtig und bis heute nicht ausreichend verstanden. Die Verläufe der CED können sich zwischen den Betroffenen sehr unterscheiden. Das betrifft sowohl das Befallsmuster und die Schwere der Symptomatik als auch die Häufigkeit von akuten Schüben, die Dauer der Remission (Ruhephasen), die Ausprägung von Komplikationen und die Manifestation sogenannter extraintestinaler Symptome (z.B. Anämie, Gelenk-, Haut- und Augenbeteiligung). Entsprechend vielfältig sind auch die therapeutischen Maßnahmen. Sie reichen von medikamentöser Behandlung und chirurgischen Eingriffen über alternativmedizinische Ansätze bis hin zu Ernährungsinterventionen und einer möglicherweise notwendigen psychotherapeutischen Betreuung. CED sind somit komplexe und individuell sehr unterschiedlich verlaufende Erkrankungen.

Hier soll das CED-Langzeitregister ansetzen und einen wichtigen Beitrag leisten, um die Ursachen, Verläufe, Komplikationen sowie Therapien der CED, aber auch die Lebensqualität, das Leben mit der CED und die Versorgungssituation der Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und somit die Versorgung und Behandlung mittelfristig zu verbessern.

Welche Daten werden im CED-Langzeitregister erhoben?

Durch das regelmäßige (ca. 6-monatige) Zusenden von Fragebögen sollen der Krankheitsverlauf und die krankheitsbezogene Lebenssituation der Patientinnen und Patienten abgebildet werden. Der Fragebogen für die Patientinnen und Patienten enthält Fragen zur Art, Häufigkeit und Schwere der Symptome, zur Lebensqualität, sowie zu verschiedenen Aspekten des Lebens mit der Erkrankung (Versorgungssituation, Stresserleben, Bewältigung des Alltags, Arbeitsfähigkeit). Um darüber hinaus mehr über die möglichen Ursachen der CED zu erfahren, werden auch einige familiäre, umweltbezogene und Lebensstilfaktoren erhoben, die möglicherweise für die Entstehung der CED von Bedeutung sind. Mittels weiterer Fragebögen werden zudem die körperliche Aktivität sowie die Ernährung erfasst.

Auch die behandelnde Ärztin / den behandelnden Arzt möchten wir darum bitten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen, der unter anderem Angaben zur genauen Diagnose, zum Befallsmuster, zu extraintestinalen Manifestationen sowie zur Therapie enthält.

Im Moment werden die Fragebögen in Papierform zugesendet, eine elektronische Version wird in Kürze zur Verfügung stehen.

Durch die Erfassung der vielen unterschiedlichen Aspekte der Erkrankung und des Lebens mit der Erkrankung soll durch das CED-Langzeitregister ein Beitrag zur bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit CED geleistet werden.

Wer kann an dem CED-Langzeitregister teilnehmen?

Patientinnen und Patienten, die mindestens 18 Jahre alt sind und deren CED-Diagnose nicht länger als zwölf Monate zurückliegt, können in das CED-Langzeitregister eingeschlossen werden.

Wo erhalte ich weitere Informationen zum CED-Langzeitregister und wie kann ich teilnehmen?

Wenn Sie sich für das Register interessieren oder Fragen haben, finden Sie umfangreichere Informationen sowie Informationsmaterial zum Download auf unserer Website (www.ced-langzeitregister.de). Gerne schicken wir Ihnen auch entsprechendes Informationsmaterial zu. Sie können uns auch sehr gerne über die Studienzentrale unter der unten angegebenen Adresse und Email-Adresse kontaktieren. 

Wenn Sie am Register teilnehmen möchten, bitten wir Sie, eine entsprechende Einwilligungserklärung zu unterschreiben und uns zuzuschicken, da wir Ihre Daten sonst nicht speichern und wissenschaftlich auswerten dürfen.

Beim Einschluss in das Register sowie in regelmäßigen Abständen von etwa sechs bis zwölf Monaten werden Sie gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Neben dem von Ihnen auszufüllenden Patientenfragebögen erhalten Sie auch einen Arzt-Fragebogen, den Sie bitte bei Ihrem nächsten Termin Ihrer / Ihrem behandelnden Ärztin / Arzt aushändigen und ihn anschließend ausgefüllt mit Ihrem Patienten-Fragebogen zusammen an die Studienzentrale zurückschicken.

Wo ist das CED-Langzeitregister angesiedelt?

Das CED-Langzeitregister ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Epidemiologie der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel und des Kompetenznetzes Darmerkrankungen. Die Daten werden in einer speziellen Datenbank der Biobank Popgen des Instituts für Epidemiologie gespeichert. Gesundheits- und Fragebogendaten sowie ggf. weitere medizinische Daten werden getrennt von Ihren personenidentifizierenden Daten (z.B. Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten) gespeichert. Die Auswertung der Daten erfolgt so, dass kein Rückschluss auf individuelle Patientennamen möglich ist. Das Datenmanagement-Konzept der Biobank Popgen ist vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz geprüft und positiv bewertetet worden. Der Aufbau des Registers ist von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der CAU genehmigt worden (AZ D 541/16).

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

J. Enderle, B. Bokemeyer, S. Schreiber, W. Lieb

Kontakt

Institut für Epidemiologie
UKSH Campus Kiel Haus 1

Studienzentrale des CED-Langzeitregisters
z.Hd.Dr. Janna Enderle
Niemannsweg 11
24105 Kiel

CED-Langzeitregister-Studienzentrale, Tel.: 0431 500 30217
E-Mail Register: info@ced-langzeitregister.de
FAX: 0431 500 30204

Dr. Janna Enderle, Tel.:0431 500 30215
E-Mail:  janna.enderle(at)epi.uni-kiel.de

Internetseite:  www.ced-langzeitregister.de


Erstellt: 19.10.2017 Letzte Änderung: 24.05.2018

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