ISS - IBD Severity Survey: Integration der Patient*innenperspektive zur Validierung des CED Disease Severity Index (DSI)

Eine Befragungsstudie von Betroffenen und ihren Ärzt*innen

Wir bitten Sie um die Teilnahme an einer Online-Befragung zur Einschätzung von Erkrankungsschwere.

Hintergrund und Ziel der Studie

chronisch entzündliche Darmerkrankungen können extrem unterschiedlich verlaufen. Eine*r hatte vielleicht nur einmalig einen Schub, musste sogar operiert werden, aber ist nun seit vielen Jahren beschwerdefrei.  Eine*r andere*r hat jedes Jahr Schübe, die immerhin gut auf einigermaßen verträgliche Medikamente ansprechen. Wiederum andere mussten schon mehrfach operiert werden, leiden unter schweren Nebenwirkungen der Therapie oder haben ernste Begleiterkrankungen und Komplikationen, obwohl gar nicht so häufig Schübe auftreten. Aufgrund dieser großen Bandbreite ist es nicht so einfach zu beschreiben, was nun eine schwere Erkrankung ausmacht.  Momentaufnahmen, wie sie als Entzündungsaktivität oder Lebensqualität gemessen werden, werden der Gesamtbelastung durch die Erkrankung sicher nicht gerecht.

Daher haben sich internationale Expert*innen zusammengetan, um in einem komplizierten Verfahren eine Liste von Erkrankungsmerkmalen zu vereinbaren, die die Berechnung eines Wertes („Score“) für Erkrankungsschwere ermöglicht. Dieser Wert  nennt sich „Disease Severity Index“ (DSI, Schwere-Index). Enthalten sind beispielsweise die aktuelle Beschwerdeausprägung und verschiedene Befunde, aber auch, ob schon mal operiert wurde und welche Medikamente bisher mit welchem Erfolg eingesetzt wurden. Die Liste ist von Ärzt*innen auszufüllen. Sie soll zum Beispiel bei Verhandlungen mit Kostenträger*innen, bei einer erforderlichen Berentung,  aber auch zur verbesserten Planung von Therapiestudien und Behandlungspfaden ermöglichen. Die DCCV begrüßt also sehr ausdrücklich, dass es nun so eine Möglichkeit gibt. Allerdings haben an der Aufstellung der Liste und der Festsetzung der Gewichtung  der verschiedenen Aspekte keine Betroffenen mitgewirkt. Es ist also unklar, ob Erkrankungsschwere, wie sie jetzt durch den DSI beschreibbar ist, auch dem entspricht, wie Betroffene die Erkrankung wahrnehmen. Nur wenn das der Fall ist, kann der DSI wirklich sinnvoll für die Zwecke eingesetzt werden, für die er vorgesehen ist.

Das Hauptziel dieser Befragungsstudie ist daher, zu untersuchen, ob der von Ärzt*nnen berechnete DSI  die Perspektive von Betroffenen ausreichend wiedergibt.

Wer kann teilnehmen?

Alle Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ab 18 Jahren, die sich zurzeit in ärztlicher Behandlung befinden und in der Lage sind, an einer Online-Befragung teilzunehmen.

Was umfasst die Befragung?

Es werden parallel Sie und Ih*e Ärzt*in befragt.

Ihre eigene Befragung ist dabei in 3 Teile gegliedert:
A)    Ihre Einschätzung von Erkrankungsschwere. Dazu bekommen Sie einige Fallbeispiele, deren Schwere Sie einschätzen. Zudem geben Sie auch zu Ihrer eigenen Erkrankung eine Einschätzung.  
B)    Ihre Beurteilung des DSI und der verschiedenen Merkmale, die der DSI erfasst. Hier geht es darum, ob alle wichtigen Aspekte berücksichtigt sind oder etwas vielleicht auch zu viel Gewicht bekommen hat.
C)    Angaben zu Ihrer eigenen Erkrankung und Ihrem Gesundheitszustand. Dies sind Standardfragen, z.B. zur Erkrankungsaktivität, Lebensqualität und Stimmung.

Die Beantwortung nimmt etwa 20 Minuten in Anspruch.

Ihr*e Ärzt*in muss parallel den DSI ausfüllen. Dazu gehören Angaben zu Laborbefunden, Darmspiegelung - falls durchgeführt - und Medikation. Daraus wird dann der Schwere-Index berechnet.
Die ärztlichen Angaben und Ihre eigene Einschätzung werden anschließend zusammengeführt und verglichen. Es ist also wichtig, dass Sie die Befragung zu einem Zeitpunkt ausfüllen, wo Sie auch einen Termin bei Ihrem*r CED Ärzt*in haben. 

Ethikkommission

Die Studie wurde der Medizinischen Ethikkommission der Universität Oldenburg vorgelegt und von dieser positiv beurteilt.

Datenschutz

Für die Studie liegt ein Datenschutzkonzept vor, das vom behördlichen Datenschützer der Universität Oldenburg geprüft wurde.
Es werden persönliche Daten erhoben, da eine korrekte Zuordnung Ihrer Angaben und denen Ihres*r Ärzt*in sichergestellt sein muss. Diese werden in der Studienkontaktstelle an der Universität Oldenburg vertraulich behandelt und gehen nicht in die Auswertung ein. Sie werden vernichtet, sobald die Fragebogenangaben zusammengeführt sind. Die Auswertung und Veröffentlichung selbst ist anonym. Auch Ihr*e Ärzt*in erfährt nicht, welche Angaben Sie gemacht haben. Er/Sie selbst darf nur teilnehmen, wenn Sie ihn/sie dafür von der Schweigepflicht entbunden und in die Teilnahme eingewilligt haben.
Ihre eigene Teilnahme ist freiwillig. So lange die persönlichen Daten in der Studienkontaktstelle noch vorliegen, können Sie die Teilnahme jederzeit widerrufen und eine Löschung Ihrer Daten beantragen. Davon entstehen Ihnen keine Nachteile.

Finanzierung

Es handelt sich um eine gemeinsame Studie der DCCV, Herrn Professor Wolfgang Kruis (Köln) und der Abteilung Epidemiologie und Biometrie an der Universität Oldenburg.  Die Studie wird aus Forschungsmitteln der DCCV und aus Mitteln der Kurscheid-Stiftung finanziert.

Wie kann man teilnehmen?

Dafür gibt es vier Möglichkeiten:
1.    Hier geht es zum Kontaktformular . Bitte schicken Sie es uns (dem Team der Universität Oldenburg) zu (per email,
       Post oder Fax). Sie erhalten dann alle weiteren Studieninformationen und den Link zur Befragung von uns.
2.    Eine Teilnahme ist auch direkt über folgenden Link möglich. Wir werden mit Ihrem Einverständnis dann Ihre*n Ärzt*in
       kontaktieren.
3.    Sie werden möglicherweise von der DCCV angeschrieben. Dann erhalten Sie alle Angaben zur Teilnahme per Post.
4.    Sie werden möglicherweise von Ihrem*r behandelnden Ärzt*n auf die Studie angesprochen. Einige CED
       Spezialist*innen nehmen auch von sich aus an der Studie teil.

Kontakt

Für Rückfragen steht Ihnen das Studienteam an der Universität Oldenburg zur Verfügung.
Verantwortlich ist Prof. Antje Timmer, sowie in der Kontaktstelle Frau Sanny Kappen.

Prof. Dr. med. A. Timmer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Abteilung Epidemiologie und Biometrie, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften
26111 Oldenburg

Kontakt:
Email: iss@uni-oldenburg.de
Fax: 0441 798-5824


Erstellt: 05.10.2020 Letzte Änderung: 28.10.2020

Beratung

in der Bundesgeschäftsstelle, Telefon 030 2000392 - 11.

Was wir tun können in unserer Beratung:

  • zuhören und Orientierungshilfen geben,
  • Informationen zu angebotenen Materialien geben,
  • über Verfahren in der Diagnostik und Therapie informieren,
  • im Umgang mit Problemen und Belastungen unterstützen, die sich durch die Erkrankung ergeben (z.B. familiäre, partnerschaftliche, körperliche und seelische Beeinträchtigungen),
  • Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit Betroffenen nennen, sowie
  • gemeinsam nächste Schritte finden.

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