Chirurgie bei Colitis ulcerosa

Niemand von uns denkt gerne an die Möglichkeit, operiert werden zu müssen. Aber es wäre unredlich, zu verschweigen, dass dies CED-Betroffenen durchaus irgendwann passieren kann.

Wann operieren bei Colitis ulcerosa?

In den – seltenen – Notfallsituationen und bei dringlichen OP-Indikationen (fulminante Colitis, toxisches Megacolon) stellt sich diese Frage nicht: der Zeitpunkt der Operation wird durch den Verlauf der Krankheit diktiert.

Bei den zeitlich planbaren Operationen bieten die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen eine Hilfe bei der Entscheidung. Operationsgründe sind hier z.B. medikamentös nicht beherrschbare Krankheitsaktivität, Wirkverlust von Medikamenten, langer Krankheitsverlauf, Krebs(vorstufen) u.a.
Die Dringlichkeit der OP bestimmt die Wahl des chirurgischen Vorgehens mit.

Als Standardoperation soll eine restaurative Proktokolektomie (s.o.) durchgeführt werden. Diese moderne Operationsmethode nennt sich „Proktokolektomie mit ileopouchanaler Anastomose“.
Dies bedeutet: Der komplette Dickdarm samt Mastdarm wird entfernt, jedoch wird der Afterkanal samt Schließmuskelapparat belassen. Aus dem letzten Teil des Dünndarms („terminales Ileum“) wird eine Tasche („Pouch“) gebildet, welche als Stuhlreservoir dient; diese Tasche wird an den Afterkanal („Analkanal“) angenäht („ileopouchanale Anastomose“). Im Erfolgsfall bleibt die Kontinenz erhalten.
Ein bleibendes Stoma, ein endständiges Ileostoma, wird bei Colitis-Betroffenen dann angelegt, wenn eine Pouchanlage nicht möglich oder nicht sinnvoll ist (zum Beispiel bei vorbestehender Schädigung des Schließmuskels).
Eine - in Deutschland selten eingesetzte - Alternative zum ileoanalen Pouch und zum „gewöhnlichen“ Ileostoma kann bei entsprechenden Voraussetzungen die Kontinente Ileostomie oder die „Kock’sche Tasche“ sein. Für alle diese Operationen gilt, dass nur ein erfahrenerer Operateur diese Eingriffe durchführen sollte, um postoperative Komplikationen so selten wie möglich zu machen.

Mehr im Mitgliederjournal Bauchredner

Prof. Dr. med. Martin E. Kreis, Bauchredner 1/2015

Editorial: Operative Therapie der Colitis ulcerosa – alles klar?

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Prof. Dr. med. Ekkehard C. Jehle, Bauchredner 2/2010

Wann operieren? Pouch-OP bei Colitis ulcerosa

Aus Sicht des Chirurgen wird bei der Colitis ulcerosa der chirurgische Behandlungsweg immer noch zu selten oder zu spät gewählt. Wann aber soll operiert werden? In den – seltenen – Notfallsituationen und bei dringlichen OP-Indikationen (fulminante Colitis, toxisches Megacolon) stellt sich diese Frage nicht: der Zeitpunkt der Operation wird durch den Verlauf der Krankheit diktiert. Bei den elektiven (zeitlich planbaren) Operationen bieten die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen eine Hilfe bei der Entscheidung. Operationsgründe sind hier z.B. medikamentös nicht beherrschbare Krankheitsaktivität, Wirkverlust von Medikamenten, langer Krankheitsverlauf, Krebs(vorstufen) u.a.. Die Dringlichkeit der OP bestimmt die Wahl des chirurgischen Vorgehens mit.

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Prof. Dr. med. Ekkehard C. Jehle, Bauchredner 2/2010

Wann operieren? Stomaanlage

Anders als z.B. bei Krebspatienten bleibt den CED-Betroffenen meist reichlich Zeit, sich mit Pro und Contra der Stoma- Operation zu beschäftigen. Bei einigen CED-Patienten ist zudem die Anlage eines Stomas nur vorübergehend und zeitlich absehbar. Trotzdem ist auch bei den CED-Patienten die Vorstellung einer Stomaanlage häufig angstbesetzt, auch wenn die Anlage eines Stomas für viele CED-Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten kann. Dieser Artikel stellt die Gründe für eine vorübergehende bzw. endgültige Stomaanlage für Colitis- wie Crohn-Betroffene dar.

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Prof. Dr. med. Anton J. Kroesen, Bauchredner 1/2015

Der Kock-Pouch: Eine unterschätzte Alternative oder „nur“ eine Notlösung?

Der Kock-Pouch wurde 1969 von dem schwedischen Chirurgen Nils Kock vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein „kontinentes Ileostoma“. Zunächst wird ein Pouch (engl. = Beutel) gebildet. Der Anteil des Dünndarms, der wieder aus dem Pouch herausführt, wird in den Pouch eingestülpt, so fixiert und mit der Bauchwand und der Haut, wie bei einem Stoma, vernäht. Die Entleerung des Pouchs erfolgt mithilfe eines in den Pouch eingeführten leicht gebogenen Katheters. Seit seiner Einführung 1978 hat sich der ileoanale Pouch, die „restaurative Proktokolektomie“ mit ileo-J-Pouchanaler Anastomose bei Patienten mit funktionsfähigem Kontinenzapparat (im Wesentlichen: intaktem Schließmuskel), weltweit durchgesetzt. Wann ist ein Kock-Pouch 2015 noch sinnvoll?

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Priv.-Doz. Dr. med. Anton J. Kroesen, Bauchredner 2/2011

Warum müssen chronisch entzündliche Darmerkrankungen in einem erfahrenen Zentrum operiert werden?

Die chirurgische Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist einer der anspruchsvollsten Gebiete der Bauchchirurgie. Es reicht nicht aus 10 Patienten mit dieser Erkrankung pro Jahr zu behandeln. Es sind ein hoher Erfahrungsgrad und detaillierte Vertrautheit mit den Besonderheiten dieser Erkrankung dringend erforderlich. Daher gehört vor allem die chirurgische Therapie in ein Zentrum mit großer Erfahrung mit diesem Krankheitsbild. Dieser Artikel zählt sieben Gründe dafür auf, für die chirurgische CED-Therapie ein „erfahrenes Zentrum zur operativen Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen“ zu wählen.

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Prof. Dr. med. Ekkehard C. Jehle, Bauchredner 2/2011

CED und Krebs – Moderne Heilungschancen durch neue chirurgische und internistische Therapiekonzepte

CED-Betroffenene haben prinzipiell dieselben Risiken, an Krebs zu erkranken, wie die übrige Bevölkerung. Mit einer Ausnahme: Dickdarmkrebs ist schon in der Allgemeinbevölkerung häufig, das Risiko ist dazu bei Colitis ulcerosa-Patienten mit einer langen Erkrankungsdauer nochmal deutlich erhöht. Das Cholangiozelluläre Karzinom (CCC) und das Analfistel-Karzinom dagegen kommen bei CED-Patienten häufiger, aber insgesamt nur sehr selten vor. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Vorbeugung des Entstehens von Krebs bei CED-Patienten durch Überwachung, Medikamentengabe und/oder Operation und mit der Behandlung bei einer schon aufgetretenen Krebserkrankung, bei der heute bei qualifizierter Therapie meist eine Heilung möglich ist.

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Erstellt: 19.05.2014 Letzte Änderung: 06.01.2017

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