Haben Kinder und Jugendliche mit CED ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19 –Verlauf? Was kann man zum Verlauf von Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Kindern mit CED und PSC sagen?

(Aktualisiert am 29. Oktober 2020)

Nach aktuellem Kenntnisstand stecken sich sonst gesunde Kinder und Jugendliche genauso oft mit dem neuen Coronavirus „SARS-CoV-2“ an wie Erwachsene. Die Infektionen scheinen jedoch milder zu verlaufen als bei Erwachsenen (zum Beispiel sind bei Kindern und Jugendlichen bislang nur wenige Fälle mit intensivmedizinischer Behandlung bekannt). Die Daten aus einem weltweiten Register, in dem fast 2700 CED-Patient*innen mit COVID-19 Symptomen erfasst wurden, legen nahe, dass Kinder und Jugendliche mit CED (ohne zusätzliche Risikoerkrankungen, zum Beispiel der Lunge) nicht schwer an COVID-19 erkranken. In diesem Register waren nur Menschen mit einer nachgewiesenen Coronainfektion eingeschlossen und von diesen mussten nur 3 Kinder auf die Intensivstation. Alle haben sich wieder erholt. Unter den unter 20jährigen wurden keine Todesfälle in diesem Register verzeichnet.

Weiterhin liegen nur wenige Daten dazu vor, wie eine Infektion bei Kindern unter immunsupprimierender Therapie (z. B. Kortison, Azathioprin, Biologika) verläuft. Aus Ländern mit hohen Infektionszahlen sind bisher (Stand: 21.10.20) nur wenige infizierte Kinder und Jugendliche gemeldet, die eine chronisch entzündliche Darmerkrankung haben haben und eine immunsuppressive Therapie (z.B. Azathioprin, Methotrexat, Cortison, Infliximab, Adalimumab) erhalten. Alle diese Kinder hatten leichte Symptome und konnten sich zu Hause auskurieren.

Aufgrund der bisher vorliegenden Daten, die zu Infektionshäufigkeit und Schwere der Verläufe bei COVID-19 Erkrankungen und CED zusammengetragen wurden, geht die Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) davon aus, dass Kinder und Jugendliche mit CED ein geringes Risiko für einen COVID-19-Verlauf MIT Krankheitszeichen haben, das heißt, mit Husten, Halsschmerzen usw. und ebenfalls ein geringes Risiko für einen schweren Verlauf, auch unter immunsuppressiver Medikation.

Aussagen, wie im Einzelfall eine Infektion mit SARS-CoV-2 verläuft oder wie hoch das Risiko einer schweren Infektion ist, können nicht gemacht werden. Es gibt weitere Faktoren, die das Risiko eines schweren Verlaufs erhöhen können. Diese sind neben der Einnahme bestimmter immunsupprimierender Medikamente auch ein Akuter Schub und weitere chronische Erkrankungen (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma (Informationen des RKI für Personen mit höherem Risiko für einen schweren Verlauf).

Nach aktuellem Wissenstand (Oktober 2020) können Kinder mit CED ohne Risikofaktoren für einen schweren COVID-19 (also ohne weitere Erkrankungen wie z. B. COPD) am Schulunterricht teilnehmen, wenn dort die geforderten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

Weitere Informationen und Quelle:

Prof. Dr. J. Däbritz, Prof. Dr. S. Koletzko, Prof. Dr. Carsten Posovszky, in Zusammenarbeit mit: PD Dr. Rüdiger Adam, Dr. Stefan Buderus, Dr. Martin Classen, Dr. Alexander Fichtner, Univ.-Prof. Dr. Almuthe Hauer, Dr. Andreas Krahl, PD Dr. Jan de Laffolie, PD Dr. Elke Lainka, Dr. Benjamin Schiller : Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) -– Empfehlungen bei Immunsuppression im Rahmen von Magen-Darm-Erkrankungen und Lebererkrankungen im Kindes- und Jugendalter, 21.10.2020


Erstellt: 19.03.2020 Letzte Änderung: 22.03.2021

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