Wie schütze ich mich bei Infusionsterminen vor einer SARS-CoV-2-Infektion?

(Ergänzt am 23. Oktober 2020)

Einige Therapien für CED werden per Infusion gegeben (Infliximab, Vedolizumab). Diese Wirkstoffe werden im Gegensatz zu einem CED-Schub nicht als Risikofaktoren für einen schweren Verlauf gesehen (siehe auch Frage „CED-Medikamente - Welche Bedeutung hat das für das Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs? Was wird bei leichten Verläufen empfohlen?)

Deshalb wird in der S2k-Leitlinien „COVID-19 und CED“ auch empfohlen, die Infusionsintervalle nicht zu verlängern, da damit die stabile Krankheitsremission gefährdet werden könnte (Empfehlung 3.7, S. 686).
Es wird auch empfohlen, nicht von einer Infusionstherapie auf einen anderen Wirkstoff zu wechseln, der per Spritze/Pen gegeben werden kann, alleine um die Infusionen zu vermeiden (Empfehlung 3.5, S. 686).

Um sich während der Infusionsgabe möglichst gut vor Ansteckung zu schützen, wird die Einrichtung eines Non-COVID-19-Infusionsbereichs als sicherste Variante bewertet. Dabei sollte beachtet werden:
1)    Vor Betreten eines solchen Non-COVID-19-Infusionsbereichs ist sicherzustellen, dass bei den Patient*innen keine Krankheitssymptome vorliegen und ein chirurgischer Mund-Nasen-Schutz gestellt werden kann.
2)    Der Abstand zwischen den einzelnen Infusionsplätzen soll mindestens 2 m betragen.
3)    Die Wartezeit auf die Infusion soll minimal gehalten werden.
4)    Nach telefonischem Kontakt, durch den sichergestellt wird, dass Patient*innen keine COVID-Symptome haben, kann die Infusion am Infusionstag vorbereitet und so rasch verabreicht werden.
5)    Eine Infusionsdauer von 60 Minuten bei Infliximab erscheint bei Erwachsenen und Kindern sicher.

Mittlerweile liegt sowohl für Infliximab als auch für Vedolizumab die Möglichkeit vor, in der Remission den Wirkstoff auch per Fertigspritze/Fertigpen zu erhalten. In den Fachinformationen von den jeweiligen Hersteller*innen wird jedoch auf folgendes hingewiesen: Es liegen keine Daten vor zum Wechsel von Infusion zu subkutaner Gabe (Spritze/Pen) bei Menschen, die den Wirkstoff zum Remissionserhalt als Infusion erhalten. Das bedeutet, dass keine Studien durchgeführt wurden, die zeigen, dass unter einer Infusionstherapie gut eingestellte Patient*innen auf eine Gabe per Spritze/Pen wechseln können und diese weiterhin gut eingestellt bleiben (Quelle: Fachinformation Vedolizumab, Fachinformation Infliximab s.c.).

Sollte jedoch im Rahmen Ihrer CED-Behandlung über einen neuen Wirkstoff nachgedacht werden, so empfiehlt die Leitlinie folgendes:
EMPFEHLUNG 3.6
Bei Neueinstellungen einer Biologikatherapie sollte bei gleichwertiger Erfolgsaussicht eine s. c. Formulierung eingesetzt werden (s.c. heißt dabei subkutan - also "unter der Haut" und bezieht sich auf die Gabe mit Spritze/Pen).
Empfehlungsgrad: EL (Evidenzlevel) 5 /Zustimmungsgrad: Konsens (80 %)
Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Wirkstoffe dabei von Ihrem*Ihrer Ärzt*in als gleichwertig für Ihren Therapieerfolg eingeschätzt werden.

Quellen:  

 

 

 

 


Erstellt: 23.10.2020 Letzte Änderung: 01.12.2020

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