Corona-Impfungen für Kinder & Jugendliche

(Stand 21.01.2022)

Auffrischungsimpfungen und Impfempfehlungen für Kinder ab 5 Jahre mit Immundefizienz

Stand: März 2022

Zweite Boosterimpfung für Menschen mit Immundefizienz ab 5 Jahre/ Spikevax® von Moderna ist seit dem 2.03.2022 auch für Menschen von 6- 11 Jahren zugelassen.

Im Epidemiologischen Bulletin 07/2022 vom 17. Februar 2022 wird für Menschen mit Immunschwäche (Immundefizienz) ab 5 Jahren, die bereits den Impfzyklus abgeschlossen haben  (Grundimmunisierung, 1. und bei fast allen Impfstoffen auch eine 2. Impfung) und bereits eine Auffrischungsimpfung (1. Boosterimpfung) errhielten, eine zweite Boosterimpfung von der STIKO empfohlen.

Die STIKO schließt in diese Gruppe auch Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Autoimmunerkrankungen wie der primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ein . Die PSC als seltene Erkrankung ist nicht explizit aufgeführt - kann aber unter der nicht abschließenden Aufzählung der Autoimmunerkrankungen eingeschlossen werden (Epidemiologisches Bulletin 07/2022, Seite 12, Tabelle 4).

Die 2. Boosterimpfung ist bei bei Menschen mit Immunschwäche frühstens 3 Monate nach der 1. Boosterimpfung empfohlen.

Außerdem hat die Europäische Arzneimittelbehörde den Impfstoff von Moderna "Spikevax" nun auch für Kinder von 6 -11 Jahren zugelassen. 

Quellen: 

Auffrischungsimpfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen und Impfung für 5-11 Jährige mit bestimmten Grunderkrankungen (unter anderem unter immunsupprimierenden Medikamenten)

Am 20.01.2022 hat die STIKO ihre Empfehlung zur Impfung von Kindern und Jugenldichen zwischen 12 und 17 Jahren aktualisiert und empfiehlt nun eine Boosterimpfung (3. Impfung), nachdem die Grundimmunisierung (1. und 2. Impfung) abgeschlossen ist. Die Auffrischungsimpfung wird für alle Kinder und Jungendlichen ab 12 Jahre empfohlen. Bei 12- bis 17-Jährigen soll die Auffrischimpfung in einem Zeitfenster von 3– 6 Monaten nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen.

Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollen möglichst frühzeitig ihre Auffrischimpfung bekommen und für 12 – 17-Jährige ohne Vorerkrankungen wird ein eher längerer Abstand von bis zu 6 Monaten empfohlen.

Unter "Vorerkrankungen" fallen Kinder und Jugendliche allein aufgrund ihrer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) nicht. Eine CED allein wird nicht als Risikofaktor für einen schwere COVID-19 Erkrankung gesehen. Allerdings gehören Kinder und Jugendliche mit einer "erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression" zu den aufgeführten Risikogruppen (siehe Epidemiologisches Bulletin 3/2022, Seite 11, Tabelle 3). Eine CED-Therapie mit einem immunsupprimierenden Medikament wäre deshalb in diese Kategorie einzustufen. Ob die Therapie Ihres Kindes im Einzelnen ein erhöhtes Risiko beinhaltet und noch weitere Faktoren einbezogen werden müssen, ist sinnvollverweise mit der*dem behandelnden Ärzt*in zu besprechen.

Für Kinder- und Jugendliche von 12- 17 Jahren, die bereits eine SARS-CoV-Infektion durchgemacht haben, gibt die STIKO Impfempfehlungen, je nachdem zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Impfstatus sich der/die Einzelnen angesteckt hat. Diese sind im neuen epidemiologischen Bulltein (3/2022) auf Seite 18 in Tabelle 5 dargelegt. Die ergänzenden Empfehlungen für Kinder und Jugendliche unter immunsupprimierender Therapie haben wir auf dieser Seite noch einmal dargestellt.

Empfehlungen für Kinder von 5-11 Jahren

DIe STIKO gibt weiterhin keine grundsätzliche Empfehlung zu einer COVID-19 Impfung für die Altersgruppe. Bei Kindern, die bestimmte Vorerkrankungen haben - dazu gehört CED alleine nicht -, ist aber die immunsupprimierende Therapie ist als Risikofaktor aufgeführt (siehe Epidemiologisches Bulletin 3/2022, Seite 11, Tabelle 3) und haben damit die bestehende Empfehlung bestätigt.

Ergänzend hierzu wird gesagt: 5 – 11­jährige Kinder mit einer der in Tabelle 3 aufgeführten Vorerkrankungen, die bereits eine bestätigte (durch einen PCR-Test)  SARS-­CoV­2-­Infektion durchgemacht haben, sollen eine Impfstoffdosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur SARS-CoV-2-Infektion erhalten. Dazu gehören Kindern unter (bestimmten) immunsupprimierenden Medikamenten.

Bei Kindern, die eine Therapie mit immunsupprimierenden Medikamenten erhalten und eine SARS-CoV2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall geschaut werden, ob eine Impfdosis ausreicht oder eine zweite gegeben werden soll. Dies hängt unter anderem von den entsprechenden Medikamenten aber auch von weiteren individuellen Faktoren ab und sollte mit dem*der behandelnden Ärzt*in besprochen werden.

Quelle: Epidemiologische Bulletin, 3/2022:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/Ausgaben/03_22.pdf?__blob=publicationFile Zugriff, 21.01.2022

Impfempfehlung für Kinder 5-11 Jahre
(Stand Dezember 2021)

Am 17.12.2021 hat die STIKO im Epidemiologischen Bulletin 1|2022 die COVID-19-Impfung auch für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen empfohlen. Unter den Vorerkrankungen, für die die STIKO bei der besagten Altersgruppe ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf sieht, sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und PSC nicht aufgeführt (siehe Tabelle 3, Zeile D im  Epidemiologisches Bulletin 1|2022). Für Kinder ab 5 Jahren unter immunsupprimierender Therapie wird die Impfung allerdings empfohlen. Diese finden sich dort in der Gruppe "angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression" wieder. 

Zusätzlich wird die Impfung Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können (z. B. Hochbetagte sowie Immunsupprimierte). Darüber hinaus können auch 5-11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen gegen COVID-19 nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden, sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern bzw. Sorgeberechtigten besteht (siehe Begründung der STIKO auf S. 6). 

Quellen:

Ausweitung der Impfungempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren

Stand: August 2021

Am 16.08.2021 hat die STIKO ihre Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche von 12-18 Jahren aktualisiert und eine Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen.

"Die STIKO hatte am 10. Juni 2021 für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren eine COVID-19-Impfung nur bei bestimmten Indikationen (Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko für schweren COVID-19-Verlauf; vulnerable Personen ohne ausreichenden Immunschutz im persönlichen Umfeld; berufliche Exposition gegenüber SARS-CoV-2) ausgesprochen und ansonsten auf die Möglichkeit der Impfung nach individueller Aufklärung und Nutzen-Risiko-Abwägung hingewiesen".

Auf Basis neuer Daten, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen, können mögliche Risiken der Impfung für Kinder ab 12 Jahren zuverlässiger beurteilt werden.

Zu den aufgetretenen Nebenwirkungen der Herzmuskelentzündung schreibt das RKI auf seiner Internetseite:

"Die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen müssen als Impfnebenwirkungen gewertet werden. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patienten mit diesen Herzmuskelentzündungen hospitalisiert, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Umgekehrt weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzbeteiligungen durchaus auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten. Zudem sind bisher keine Signale für weitere schwere Nebenwirkungen nach mRNA-Impfung aufgetreten, insbesondere auch nicht bei Kindern und Jugendlichen."

Weiterhin bezog die STIKO in ihre Abwägung ein, dass die nun dominierende Coronavirus Delta-Variante für Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion in einer möglichen 4. Infektionswelle besteht. Über die Schwere der Infektionen wurden aber keine Aussagen getroffen. Genausowenig können zum jetzigen Zeitpunkt eindeutige Aussagen getroffen werden, ob bei Kinder und Jugendlichen Long-COVID auftritt und wenn ja, wie häufig.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2021-08-16.html, Zugriff: 02.09.2021

Erstmalige Zulassung eines Impfstoffs für Kinder ab 12 Jahren

Stand: Juni 2021

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer "Comirnaty" wurde am 31.05.2021 von der EU-Kommission für Kinder ab 12 Jahren zugelassen, nachdem dieser zuvor von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für diese Altersgruppe empfohlen wurde. Am 11.06.2021 hat bei uns in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) dazu Stellung bezogen und empfiehlt die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit Vorerkrankungen. An CED erkrankte Kinder und Jugendliche werden dabei aber nicht gesondert erwähnt. Die STIKO empfiehlt jedoch, Kinder und Jugendliche, die eine „angeborene  oder  erworbene  Immundefizienz  oder relevante Immunsuppression“ haben, impfen zu lassen. In Bezug auf CED bedeutet das, dass für Kinder und Jugendliche unter immunsuppressiver Therapie eine Impfung von der STIKO empfohlen wird.  Zudem sagt die STIKO: „Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf  befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen  nicht  ausreichenden  Schutz  nach  Impfung  besteht  (z.  B.  Menschen  unter  relevanter  immunsuppressiver Therapie).“

Unter den aufgeführten Vorerkrankungen erwähnte die STIKO noch keine Empfehlung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen mit chronische Lebererkrankungen.

Allerdings führt die STIKO aus: „Der Einsatz von Comirnaty bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich“ (S. 4).

Quelle: STIKO: 6. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung. Epidemiologisches Bulletin. 23/2021. S. 3-8, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/23_21.pdf?__blob=publicationFile, Zugriff: 14.06.2021


Erstellt: 16.06.2021 Letzte Änderung: 24.03.2022

Beratung

in der Bundesgeschäftsstelle, Telefon 030 2000392 - 11.

Was wir tun können in unserer Beratung:

  • zuhören und Orientierungshilfen geben,
  • Informationen zu angebotenen Materialien geben,
  • über Verfahren in der Diagnostik und Therapie informieren,
  • im Umgang mit Problemen und Belastungen unterstützen, die sich durch die Erkrankung ergeben (z.B. familiäre, partnerschaftliche, körperliche und seelische Beeinträchtigungen),
  • Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit Betroffenen nennen, sowie
  • gemeinsam nächste Schritte finden.

Die aktuellen Beratungstermine finden Sie hier.

×

Schreiben Sie uns:

Felder, die mit einem * markiert sind, müssen ausgefült werden.

×

Spenden & Helfen

400.000 Betroffene in Deutschland brauchen Ihre Hilfe! Helfen Sie mit einer Spende, einer Zustiftung, einer Mitgliedschaft oder Ihrem eigenen Engagement!

Die DCCV ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind somit steuerlich absetzbar.

×

Spenden & Helfen

400.000 Betroffene in Deutschland brauchen Ihre Hilfe! Helfen Sie mit einer Spende, einer Zustiftung, einer Mitgliedschaft oder Ihrem eigenen Engagement!

Die DCCV ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind somit steuerlich absetzbar.

×