Booster-Impfung („2. Auffrischungsimpfung“/2. Boosterimpfung) auch für Menschen ab 5 Jahre mit Immundefizinz empfohlen

Stand 24.03.2022

Empfehlung zur 2. Auffrischimpfung für besonders gesundheitlich gefährdete bzw. exponierte Personengruppen:

Im Epidemiologischen Bulletin 07/2022 vom 17. Februar 2022 wird für folgende Personengruppen, die bereits den Impfzyklus abgeschlossen haben  (Grundimmunisierung, 1. und bei fast allen Impfstoffen auch eine 2. Impfung) und bereits eine Auffrischungsimpfung (1. Boosterimpfung) erhielten, eine zweite Boosterimpfung von der STIKO empfohlen:

  • Menschen ab 70 Jahren, Bewohner*innen und Betreute in Einrichtungen der Pflege, 
  • Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren 
  • sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem Patient*innen- und Bewohner*innenkontakt).

Die Empfehlung gilt dabei für Menschen mit Immunschwäche (Immundefizienz) ab 5 Jahren. Die STIKO schließt in diese Gruppe auch Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Autoimmunerkrankungen wie der primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ein . Die PSC als seltene Erkrankung ist nicht explizit aufgeführt - kann aber unter der nicht abschließenden Aufzählung der Autoimmunerkrankungen eingeschlossen werden (Epidemiologisches Bulletin 07/2022, Seite 12, Tabelle 4).

Die 2. Boosterimpfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen (also auch Menschen mit Immunschwäche) frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll die 2. Auffrischimpfung frühestens nach 6 Monaten erhalten.

Die STIKO empfiehlt dabei, die Auffrischungsimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen, unabhängig davon, mit welchen Impfstoff die Grundimmunisierung durchgeführt wurde. Bei unter 30-jährigen ist dafür - laut STIKO-Empfehlung - Comirnaty® (Biontech/Pfizer) einzusetzen.

"Immundefiziente Menschen ab einem Alter von 30 Jahren sollen bei der Verwendung von Spikevax® (Impfstoff von Moderna) die hohe Dosierung des Impfstoffs (100µg) erhalten" (Epidemiologisches Bulletin 07/2022, Seite 10).

Weitere Empfehlungen zur Grundimmunisierung mit dem Proteinimpfstoff von Nuvaxovid® von Novavax, sowie Impfempfehlungen, wenn bereits eine COVID-Erkrankung durchgemacht wurden, sind ebenfalls in der Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins 07/2022 zu finden, auf die wir für diese Informationen an dieser Stelle verweisen möchten.

Quelle: Mitteilung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut Beschluss der STIKO zur 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung. Epidemiologisches Bulletin 07/2022: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/Ausgaben/07_22.pdf?__blob=publicationFile , Zugriff 24.03.3022

 

 

Update vom 21.12.2021: STIKO-Empfehlung zum verkürzten Impf-Abstand bei Boosterimpfungen:

Die STIKO hat ihre Empfehlung zum Abstand der Boosterimpfung angepasst. Diese basiseren auf der aktuellen beziehungsweise in naher Zukunft anzunehmenden Verbreitung der Omikron-Mutante von SARS-CoV-2, der damit ggf. verbundenen Reduzierung der Schutzwirkung der Impfungen sowie der Schutzdauer der Grundimmunisierung. Deshalb aktualisierte die STIKO die Empfehlung zur COVID-19-Auffrischimpfung vom 29.11.2021 hinsichtlich des Impfabstandes am 21.12.2021 wie folgt:

  • Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für Personen ab 18 Jahren kann bereits ab dem vollendeten 3. Monat nach Abschluss der Grundimmunisierung verabreicht werden kann.
  • Die STIKO betont weiterhin, dass beide mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gleichwertig sind.
  • Personen ab 12 Jahre, die eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen zur Vervollständigung ihrer Grundimmunisierung bis auf weiteres eine einmalige COVID-19-Impfstoffdosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur Infektion erhalten. Gleiches gilt für 5-11-jährige Kinder mit Vorerkrankung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion.
  • Wegen des höheren Risikos für einen schweren Verlauf von COVID-19 sollen ältere oder vorerkrankte Personen bei den Auffrischimpfungen unbedingt bevorzugt berücksichtigt werden.
  • Ziel ist es, durch diese forcierte Auffrisch-Impfkampagne und den verkürzten Impfabstand schwere Verläufe von COVID-19 zu verhindern und die Übertragung des Virus von einem Menschen auf den anderen Menschen (medizinisch:Transmission) insbesondere der sich ausbreitenden Omikron-Variante zu vermindern.

Bei der Empfehlung zur Boosterimpfung bei schwer immunsupprimierten Personen hat die STIKO das Alter angepasst, da für den Impfstoff von Biontech/Pfizer jetzt eine Zulassung ab 5 Jahren vorliegt: "Bei schwer immundefizienten Personen ab dem Alter von 5 Jahren mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort kann die 3. Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie verabreicht werden." Über den Zeitpunkt einer weitern Auffrischimpfung nach den ersten drei Impfdosen, muss bei diesen Personen im Einzelfall entschieden werden (siehe auch 11. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO)."

Quelle:

Update vom 18.11.2021: STIKO Empfehlung zur Boosterimpfung aus dem Epidemiologischen Bulletin 48/2021 (am 18.11.2021 in Pressemitteilung vorab angekündigt):

Die STIKO empfiehlt "die COVID-19-Auffrischimpfung allen Personen im Alter ab 18 Jahren. Die Auffrischimpfung soll mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Für Personen unter 30 Jahren wird ausschließlich der Einsatz von Comirnaty empfohlen. Hingegen sind für Personen im Alter ab 30 Jahren beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax)  gleichermaßen geeignet." Ältere und Vorerkrankte Personen und Umgeimpfte sollen dabei bevorzugt berücksichtigt werden. Mitte November 2021 galt noch der empfohlene Impfabstand von 6 Monaten bzw. 5 Monaten nach individueller Abwägung. Personen, die bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen in der Regel 6 Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten. Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen ebenfalls im Abstand von 6 Monaten nach Infektion eine Auffrischimpfung erhalten.

Zur Verwendung der Impfstoffe sagt die STIKO außerdem noch folgendes:
▶ Unabhängig davon, welcher Impfstoff bei der Grundimmunisierung verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff eingesetzt werden.
▶ Comirnaty ist für die Auffrischimpfung in derselben Dosierung wie für die Grundimmunisierung zugelassen. Spikevax ist für die Auffrischiimpfung von Immungesunden in der halben Dosierung (50 μg) zugelassen.
▶ Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden.
▶ Personen, die mit einer Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen grundimmunisiert worden sind, sollen zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung erhalten. Die Impfung soll mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (heterologes Impfschema) ab 4 Wochen nach der Janssen-Impung erfolgen, wobei Spikevax erst ab dem Alter von über 30 Jahren und nicht bei Schwangeren eingesetzt werden soll.

Zur Impfung von immundefizienten Personen, zu denen auch Menschen mit CED unter immunsuppressiver Therapie gehören, wird noch einmal extra ausgeführt:

"Immunsupprimierende oder immunmodulierende Therapien können prinzipiell auch bei einer anstehenden Impfstoffgabe weitergeführt werden. Empfehlenswert für den bestmöglichen Impferfolg ist eine möglichst geringe Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung. So sollte zum Beispiel der Impfzeitpunkt in die Mitte der Verabreichungsintervalle der immunsupprimierenden oder immunmodulierenden Medikation gelegt werden."

Bisher ungeimpfte Personen mit einer Immundefizienz sollen zunächst eine Impfserie mit einem mRNA-Impfstoff erhalten (bestehend aus 2 Impfstoffdosen im Abstand von 3 bis 6 (Comirnaty) bzw. 4 bis 6 Wochen (Spikevax)). Bei Personen unter 30 Jahren empfiehlt die STIKO aufgrund des höheren Myo-/Perikarditisrisikos, welches bei der Impfung mit Spikevax in dieser Altersgruppe beobachtet wurde, ausschließlich die Verwendung von Comirnaty.

Allen Personen mit Immundefizienz soll in der Regel 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung (homologes oder heterologes Impfschema) eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden.

Zur Antikörperbestimmung nach Impfung sagt die STIKO:

Eine serologische Antikörpertestung wird nicht grundsätzlich empfohlen. Der Wert, der einen fortbestehenden Schutz bedeutet und damit eine 3. Impfstoffdosis unnötig machen würde, ist nicht bekannt.

Allerdings wird bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort empfohlen, frühestens 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der 3. Impfstoffdosis jeweils eine serologische Untersuchung (also im Blut) auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spikeprotein durchzuführen (Gesamtprotein, S1-Untereinheit oder Rezeptorbindungsdomäne). Die Blutentnahme für die erste Antikörpermessung kann zum selben Termin durchgeführt werden, an dem die 3. Impfstoffdosis verabreicht wird; in diesem Fall wird das Antikörperergebnis für die Gabe der 3. Impfstoffdosis nicht abgewartet. Eine 2- oder mehrmalige Messung ermöglicht bei initial fehlender oder niedriger Antikörperantwort die Beobachtung eines ggf. einsetzenden Impferfolgs (Antikörperdynamik). Sollten nach der 3. Impfstoffdosis unverändert sehr niedrige oder keine spezifischen Antikörper messbar sein, sind die betroffenen Patient*innen über den möglicherweise fehlenden Immunschutz aufzuklären.

Wer unter diese Personengruppe fällt, bei der eine Antikörpertestung angebracht sein kann, wird beispielhaft in der Tabelle 4 auf Seite 10 des Epidemiologischen Bulletin 48/2021 dargestellt. Unter anderem werden auch bestimmte Medikamente und deren Dosierungen aufgelistet, die auch bei CED zum Einsatz kommen können. Eine CED-Erkrankung an sich sei laut RKI kein alleiniger Grund, die eine Antikörpertestung erforderlich macht. Allerdings sagt die STIKO, dass die Aufzählung dort beispielhaft und nicht abschließend ist. So werden zum Beispiel Kombinationstherapien von zwei immunsupprimierenden Wirkstoffen nicht aufgeführt. Wenn Sie sich in der Tabelle nicht wiederfinden und unsicher sind, ob Sie unter diese Personengruppe fallen, sollten Sie gegebenenfalls mit Ihren Ärzt*innen sprechen.

Quellen:

Antikörper nicht allein entscheidend über Impfschutz

Hinzuweisen ist noch darauf, dass neben der Antikörperantwort auf die Impfung auch die Bildung spezifischer Immunzellen (zum  Beispiel T- Gedächtniszellen) eine wichtige Rolle spielt, um bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 die eindringenden Viren schnell unschädlich zu machen. So können die Viren vernichtet werden, bevor sie sich in den Körperzellen vermehren und damit Krankheitssymptome auslösen können. Die Bildung dieser Immunzellen  aufgrund der Impfung ist ebenfalls relevant, um einen Schutz vor dem Coronavirus aufzubauen. Der Schutz der Impfung hängt somit nicht allein von der Antikörperbildung des Immunsystems ab.

Quelle:


Erstellt: 02.09.2021 Letzte Änderung: 24.03.2022

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