"Vielen Schicksalen eine Stimme geben"

So lautet die etwas freie Übersetzung des internationalen Mottos „Many stories, one voice“ für den 8. Welt-Stoma-Tag. Aktionen in aller Welt machen den Welt-Stoma-Tag 2015 am 3. Oktober zu einem Ereignis für Stomaträger, Angehörige und Stomaprofessionelle.

02.10.2015

Bis heute ist das Schicksal, einen künstlichen Ausgang – ein Stoma – zu bekommen, für viele Menschen mit Schrecken verbunden, mit Sorge und Scham. Um diesem Tabu etwas entgegenzusetzen, gibt die bundesweite Selbsthilfeorganisation Deutsche ILCO Stomaträgern im wahrsten Sinne des Wortes eine Stimme: Auf der Internetseite www.weltstomatag.de berichten Stomaträger ab dem 3. Oktober über ihr Leben und ihre Erfahrungen. Diese Menschen sind glaubwürdige Zeugen für Lebensfreude trotz und mit Stoma – und treten damit Unwissen, Vorurteilen und dem Tabu „Stoma“ entgegen.
Mit dem alle drei Jahre stattfindenden Welt-Stoma-Tag soll auf die besondere Lebenssituation von Stomaträgern aufmerksam gemacht und die internationale Solidarität zwischen Stomaträgern und Stomaprofessionellen gefördert werden. Stomaträger leben in vielen verschiedenen Ländern und Kulturen. Genauso unterschiedlich können die Probleme sein. Alle aber haben denselben Wunsch und dieselbe Botschaft: Ein gutes Leben trotz und mit Stoma für alle Betroffenen – in allen Ländern der Welt.
Am Welt-Stoma-Tag 2015 wird auch auf wichtige Grundrechte der Stomaträger hingewiesen, die in einer internationalen Charta festgehalten sind. An Hand der Charta kann jeder Stomaträger prüfen, inwieweit diese Rechte in seinem Land bereits umgesetzt sind. Die Deutsche ILCO als unabhängige Selbsthilfeorganisation bündelt die vielen Stimmen der Stomaträger in Deutschland und vertritt die Interessen Betroffener in Gremien des Gesundheits- und Sozialsystems. In unserem Land ist die Situation für Stomaträger zwar gut. Dennoch zeigen sich auch hier Mängel, die zu Lücken in der Versorgung und damit zu Nachteilen für Stomaträger führen.
Es gibt auch Stomaträger, die neben dem Stoma weitere körperliche oder auch geistige Einschränkungen haben. Und dies, ohne dass der Anspruch auf eine Pflegestufe besteht. Durch ihre Handicaps sind sie nicht in der Lage, die Versorgung ihres Stomas zeitweise oder dauerhaft selbst durchzuführen. Sie müssen daher die Kosten für zusätzliche benötigte Hilfe bei der Stromversorgung selbst tragen – oder auf eine sachgerechte Versorgung verzichten. Die Deutsche ILCO hält das für nicht hinnehmbar, weil es dadurch zwei Klassen von Stomaträgern gibt: gut und schlecht versorgte. Das ist eines hochzivilisierten Landes unwürdig. Hier besteht dringender Regelungsbedarf! Die Deutsche ILCO fordert daher, diese Versorgungslücke schnellstens zu schließen, damit Stomaträger mit zusätzlichen Handicaps in Deutschland nicht länger benachteiligt werden.
Eine diesen Welt-Stoma-Tag ergänzende Postkartenaktion soll vielen Stomaträgern in Deutschland die Möglichkeit geben, der Deutschen ILCO zu schreiben, wofür sie sich stark machen soll.
Die ILCO ist mit rund 8.000 Mitgliedern eine der großen deutschen Gesundheits-Selbsthilfeorganisationen. Sie steht über 20.000 Betroffenen pro Jahr mit Rat und Tat zur Seite.

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Verantwortlich für den Inhalt: Maria Haß, Deutsche ILCO e.V., Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn,Tel. 0228 338894-50, Internet: www.ilco.de, E-Mail: info@ilco.de
 

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