Krebsgesellschaft: Darmkrebsvorsorge bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen besonders zu empfehlen

Veröffentlichung in "Der Onkologe"

19.06.2012

Bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn besteht auf Dauer ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind empfehlenswert.

Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben ein erhöhtes Risiko, auch an Darmkrebs zu erkranken. Ursache sind, so vermuten Experten, die anhaltenden Entzündungen in der Darmschleimhaut, die die Entstehung bösartiger Zellen und damit von Krebs begünstigen. Da sich chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oft bereits in jungen Jahren manifestieren, betrifft das erhöhte Darmkrebsrisiko Menschen in einem Alter, in dem Darmkrebs sonst eigentlich noch keine gewichtige Rolle spielt. In einem Beitrag in der Fachzeitschrift Der Onkologe betonen Experten, welche Bedeutung ein regelmäßiges Screening zur Früherkennung etwaiger Tumoren im Darm hat.

Das Risiko für Darmkrebs ist dem Artikel zufolge bei den verschiedenen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unterschiedlich und hängt auch von der Dauer und Schwere der Erkrankung ab. So haben beispielsweise Patienten mit Morbus Crohn im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Bei Colitis ulcerosa ist das Darmkrebsrisiko nach 30 Erkrankungsjahren um acht Prozent, nach 40 Jahren um elf Prozent erhöht. Ist nur der linke Abschnitt des Dickdarms von den chronischen Entzündungen betroffen, steigt das Darmkrebsrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung um das 2,8-Fache, umfassen die entzündlichen Prozesse den gesamten Dickdarm, ist es hingegen fast 15-fach erhöht. Ein besonderes Risiko für Darmkrebs haben zudem Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, in deren engerer Verwandtschaft bereits Darmkrebs aufgetreten ist.

Diese Zahlen verdeutlichten nach Ansicht der Studienautoren die Notwendigkeit, regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs durchzuführen. So sollte nach acht Jahren einer Erkrankung an Colitis ulcerosa eine Darmspiegelung erfolgen, um das Ausmaß der entzündlichen Veränderungen festzustellen. Bis zu 20 Jahre nach Erkrankungsbeginn würden sich Kontrolluntersuchungen im Abstand von zwei Jahren anschließen, danach jährliche Kontrollen. Auch bei Patienten mit Morbus Crohn sollten nach 8-10 Erkrankungsjahren regelmäßige Darmspiegelungen durchgeführt werden. Etwaige bösartige Tumoren könnten dadurch frühzeitig erkannt und entfernt werden, sodass die Sterblichkeit an Darmkrebs bei diesen Patienten vermutlich sinkt.

Der Artikel:
Bielecki, C. & Stallmach, A.: Kolorektales Karzinom bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Vermeidbar durch verbesserte Sekundärprävention? Der Onkologe 2012, 18(3):248-253 | Abstract: http://www.springerlink.com/content/x1205022r74412l8/

Mehr über die Hintergründe von Darmkrebs erfahren Sie auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Quelle:
(kvk): Darmkrebsvorsorge besonders zu empfehlen: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Deutsche Krebsgesellschaft, Nachricht des Tages, 19.06.2012 | http://www.krebsgesellschaft.de/news_detail,791,,212981,detail.html

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Auch die DCCV engagiert sich seit Jahren in der Frage der Vorsorgekoloskopien bei CED, u.a. durch ein DCCV-eigenes Forschungsprojekt zur Frage der - in der überwiegenden Zahl nicht leitliniengerechten - Qualität der Koloskopien, dessen Ergebnisse 2007 in der Fachpublikation Zeitschrift für Gastroenterologie veröffentlicht wurden.

Siehe:

von: Krebsgesellschaft / TH

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