Pressemitteilung: DCCV-Stipendium 2021: Erforschung von innovativem CED-Darm-Chip-Modell

Jedes Jahr vergibt die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. ein Stipendium, das die Forschung rund um chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) fördern soll. 2021 erhielt Dr. med. Johannes Stallhofer aus Jena die Förderung für seine Forschung an einem innovativen CED-Darm-Chip-Modell. Mit dem Darm-Modell, so groß wie eine Fingerspitze, erhofft sich Dr. Stallhofer, die Krankheitszusammenhänge auf zellulärer Ebene noch besser nachvollziehen zu können. Denn die Ursachen für eine CED sind bislang immer noch nicht vollständig geklärt. Mit der jährlichen Stipendienvergabe ist die DCCV eine der wenigen Patient*innenorganisationen, die selbst aktiv Forschungsförderung betreibt und hat für diesen Bereich bereits über 1 Million Euro zur Verfügung gestellt.

09.12.2021

Die Forschungsförderung der DCCV, die 2021 an den Jenaer Wissenschaftler Dr. med. Johannes Stallhofer ging, beträgt 25.000,- Euro. Der Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena forscht an einem innovativen CED-Darm-Chip-Modell, mit dem er den Einfluss von Vitamin D auf die Eisenresorption und Barrierefunktion des Darms untersuchen will.

„Trotz intensiver Forschungsbemühungen in den vergangenen Jahren sind die Auslöser einer CED weiterhin noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel von vier Faktoren aus: 1. Erbliche Veranlagung, 2. Bestandteile der Darmflora und diverse Umweltfaktoren als Trigger, 3. eine überschießende Immunreaktion und 4. eine gestörte Darmbarriere. Ein Mangel an Vitamin D ist ein bekannter Umweltrisikofaktor für die Entwicklung einer CED.  Für ein besseres Verständnis der Erkrankung sind experimentelle Modellsysteme, die der Situation beim Menschen möglichst nahe kommen, notwendig. Diese erlauben außerdem eine Abschätzung des therapeutischen Potenzials von Präparaten, die beispielsweise die Bindungsstelle für Vitamin D im Darm stimulieren. Die Grundidee meines Projekts ist es, die Verhältnisse einer CED in einem Zweikammer-Plastikchip, der in etwa so groß ist wie eine Fingerspitze, zu simulieren und so die Zusammenhänge auf zellulärer Ebene noch besser nachvollziehen zu können“, so Dr. Johannes Stallhofer bei der Stipendienvergabe, die auch in diesem Jahr wieder komplett online stattfand.

Bei dem 2021 vergebenen Stipendium handelt es sich um das Hermann-Strauß-Forschungsstipendium, das durch eine Spende von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG ermöglicht wurde.

Ausschreibung 2022: 50.000 Euro für die "Patientenorientierte Forschung bei CED"

Für das Jahr 2022 schreibt die DCCV das Stipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" aus, das im kommenden Jahr dann bereits zum zehnten Mal vergeben wird und mit 50.000,- Euro dotiert ist.

Inhaltliche Ausrichtung des Stipendiums: Es soll ein Projekt der direkt patient*innenorientierten Forschung oder Versorgungsforschung bei CED gefördert werden. Dabei sollen Fragen der Diagnostik, Therapie, Prophylaxe oder Fragen der Förderung von Gesundheit, Lebensqualität und Wohlbefinden bei CED thematisiert werden. Forschungsvorhaben, die sich mit Grundlagenforschung beschäftigen, werden primär durch andere Stipendien der DCCV gefördert.

Termine: Bewerbungen können bis Freitag, den 15. April 2022 bei der DCCV eingereicht werden (zu Händen Dr. Cornelia Sander, E-Mail: csander@dccv.de). Die Verleihung wird voraussichtlich im Rahmen eines Arzt-Patienten-Seminars der DCCV auf der „Viszeralmedizin 2022“ (Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)) am Samstag, den 17. September 2022, stattfinden.

Weitere Informationen zu den Stipendien und zur Forschungsförderung der DCCV finden Sie unter: www.dccv.de/forschungsfoerderung/.

Zur weiteren Erklärung von CED: CED steht für chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Die wohl verbreitetsten Formen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen äußern sich oft in einer erhöhten Stuhlfrequenz, (blutigen) Durchfällen, mitunter starken Schmerzen und zahlreichen weiteren Symptomen, die die Lebensqualität der Betroffenen sehr stark einschränken können. CED sind nicht heilbar. Entgegen früheren wissenschaftlichen Vorstellungen handelt es sich bei CED nicht um Autoimmunerkrankungen, sondern um eine Darmbarrierestörung. Diese ermöglicht es Darmbakterien, in Bereiche der Darmwand vorzudringen, die sie bei intakter Barriere nicht erreichen können, wo sie dann als Aggressoren wahrgenommen und vom Immunsystem bekämpft werden. Weitere Informationen zu den Erkrankungen, ihren Ursachen und dem Leben damit finden Sie unter: www.dccv.de/betroffene-angehoerige/.

Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V.

Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. ist der Selbsthilfeverband für die über 400.000 Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) in Deutschland. Ihre zentralen Aufgaben sind die persönliche Beratung, das Vermitteln von umfangreichen, verständlichen Informationen zum Leben mit CED, die Vertretung der Interessen der rund 23.000 Mitglieder in Politik und Öffentlichkeit sowie die Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen inklusive eines umfassenden Rechtsschutzes für ordentliche Mitglieder vor deutschen Sozialgerichten. www.dccv.de

Pressekontakt

Luise Dusatko/Marika Vetter
Referat Öffentlichkeitsarbeit und Medien
Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung e. V.
Inselstr. 1
10179 Berlin
Tel.: +49 (0)30 2000 392 - 30,
E-Mail: presse(at)dccv.de
Internet: www.dccv.de

 

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