PSC: Was passiert, wenn man Urso absetzt?

Deutliche Auswirkungen in kurzer Zeit nach Absetzen

08.04.2014

Als Medikament zur Behandlung der Primär Sklerosierenden Cholangitis (PSC) wird nach wie vor häufig Ursodeoxycholsäure (UDCA, z.B. Ursofalk®) eingesetzt. Doch offiziell für PSC zugelassen ist dieser Wirkstoff nicht. Die Studienlage zu seinem Nutzen ist uneindeutig. Und medizinische Leitlinien zur Behandlung der PSC empfehlen UDCA nicht mehr.
 
Doch was passiert, wenn das Medikament tatsächlich abgesetzt wird?

Das hat nun eine amerikanische Studie an 26 PSC-Patient(inn)en beobachtet. Die Personen hatten zuvor UDCA in einer regelmäßigen Dosis von 10-15 mg/kg/Tag eingenommen. Jeweils vor dem Absetzen des Medikaments und drei Monate danach wurden die Lebensqualität (Health Related Quality of Life – HRQoL), die Leberwert und die Gallensäuren untersucht.
 
Was waren die Effekte, als das Medikament drei Monate abgesetzt war?

Es zeigte sich keine signifikante Veränderung der Lebensqualität. Wohl aber beklagten 42% der Patient(inn)en, dass ihr Juckreiz schlimmer geworden sei. Weitaus deutlichere Effekte zeigten sich auf der biochemischen Ebene. Hier veränderten sich die Gallensäurenkonzentrationen signifikant, und relevante Leberwerte stiegen deutlich an. Dies betraf die Alkalische Phosphatase, Gamma-GT, Bilirubin, GOT (AST) und GPT (ALT).
 
Und was bedeutet das?

Das ist die große offene Frage. An der Studie waren nur wenige Patientinnen und Patienten beteiligt, sie wurden nur über drei Monate beobachtet, und es gab keine vergleichbare Kontrollgruppe von Patienten, die UDCA in derselben Dosierung weiterhin eingenommen hätten. So konnte sich nicht zeigen, ob und inwiefern die in der Studie beobachteten Veränderungen auf biochemischer Ebene einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben und ob dadurch möglicherweise früher eine Transplantation erforderlich wird.
 
Fest steht nur, dass sich nach dem Absetzen des Medikaments in kurzer Zeit deutliche Effekte in den Laborwerten zeigen und ein Teil der Patient(inn)en unter gesteigertem Juckreiz leidet. Dies könnte dafür sprechen, die Therapie mit UDCA doch fortzusetzen.
 
Von: IS (DCCV AK PSC)  

Quelle:

Wunsch, E. et al.: Prospective evaluation of ursodeoxycholic acid withdrawal in patients with primary sclerosing cholangitis. In: Hepatlogy 2014 Feb 12. doi: 10.1002/hep.27074. Abstract online unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24519384

 

Beratung

in der Bundesgeschäftsstelle, Telefon 030 2000392 - 11.

Was wir tun können in unserer Beratung:

  • zuhören und Orientierungshilfen geben,
  • Informationen zu angebotenen Materialien geben,
  • über Verfahren in der Diagnostik und Therapie informieren,
  • im Umgang mit Problemen und Belastungen unterstützen, die sich durch die Erkrankung ergeben (z.B. familiäre, partnerschaftliche, körperliche und seelische Beeinträchtigungen),
  • Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit Betroffenen nennen, sowie
  • gemeinsam nächste Schritte finden.

Die aktuellen Beratungstermine finden Sie hier.

×

Schreiben Sie uns:

Felder, die mit einem * markiert sind, müssen ausgefült werden.

×

Spenden & Helfen

400.000 Betroffene in Deutschland brauchen Ihre Hilfe! Helfen Sie mit einer Spende, einer Zustiftung, einer Mitgliedschaft oder Ihrem eigenen Engagement!

Die DCCV ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind somit steuerlich absetzbar.

×

Spenden & Helfen

400.000 Betroffene in Deutschland brauchen Ihre Hilfe! Helfen Sie mit einer Spende, einer Zustiftung, einer Mitgliedschaft oder Ihrem eigenen Engagement!

Die DCCV ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind somit steuerlich absetzbar.

×