Chronische Darmentzündungen: Ursachenforschung und sanfte Therapie DCCV verleiht Stipendien Leverkusen, 5. Mai 2007. Genetische Ursachen, Entzündungseiweiße, T-Zellen und die Wirkung von grünem Tee - diese bunte Themenpalette deckt die Forschungsförderung der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. in diesem Frühjahr ab. Am Samstag wurden auf der Jahrestagung der Selbsthilfeorganisation der von der Falk Foundation e.V. gestiftete Ludwig-Demling-Forschungspreis in Höhe von 25.000 Euro und das Forschungsstipendium Komplementärmedizin der DCCV in Höhe von 20.000 Euro an junge Wissenschaftler verliehen. Der Ludwig-Demling-Forschungspreis ging zu gleichen Teilen an PD Dr. Stephan Brand, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Großhadern in München, und Dr. Dr. Holm Uhlig, Assistenzarzt am Universitätskinderklinikum in Leipzig. Professor Michael Gregor (Universitätsklinikum Tübingen) ging in seiner Laudatio darauf ein, dass die beiden ehrgeizigen Vorhaben auf verschiedene Akteure im Entzündungsgeschehen fokussieren. So will Brand untersuchen, wie die zehn häufigsten Varianten des IL-23-Rezeptor-Gens mit anderen Genvarianten in Zusammenhang stehen, von denen bereits bekannt ist, dass sie die Entstehung eines Morbus Crohn begünstigen. Darüber hinaus möchte er herausfinden, welchen Einfluss diese Varianten auf die Bildung von Interleukin-23 und anderen Entzündungseiweißen haben. Auch Uhlig betrachtet die Entzündungseiweiße, jedoch in ihrem Zusammenspiel mit regulatorischen T-Zellen, die das Immunsystem lokal supprimieren können. "Auf dieser Basis könnte eine neue regenerative zelluläre Therapiestrategie entwickelt werden", ist seine Hoffnung. Um eine neue, natürliche und nebenwirkungsarme Therapie geht es auch Dr. Sabine Westphal, wissenschaftliche Angestellte am Universitätklinikum Münster. Sie wird zunächst an Mausmodellen untersuchen, wie EGCG, ein Extrakt des grünen Tees, auf Darmentzündungen wirkt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Einfluss auf Sauerstoffradikale, Entzündungseiweiße, den programmierten Tod von Zellen der Darmschleimhaut sowie die Zusammensetzung der Darmflora mit unterschiedlichen Bakterien. Sollten sich hier positive Effekte zeigen, könnte der Wirkstoff zu einem Medikament für Menschen weiterentwickelt werden. Dr. Friedrich Dreher (Rottenburg) wies als Laudator darauf hin, dass die Stipendiatin einen breiten Erfahrungsschatz in den Bereichen Chemie, Zellbiologie und Phytotherapie mitbringe. Herr Lümmen als Vorsitzender der DCCV und Frau Kaltz, stellvertretende Vorsitzende und Leiterin des Ressorts Wissenschaft, zeigten sich erfreut, im Jahr des 25jährigen Bestehens ihrer Vereinigung so hochrangige Projekte finanziell unterstützen zu können. Ein Ende dieses Engagements ist noch nicht in Sicht. Denn trotz jahrzehntelanger Forschung liegen die Ursachen für die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa noch weitgehend im Dunklen. Die Therapie beschränkt sich daher bislang auf die Linderung der Symptome. Zu diesen gehören insbesondere Bauchschmerzen, häufige und teils blutige Durchfälle, Gewichtsabnahme und allgemeine Erschöpfungszustände. Auswirkungen auf andere Organe, insbesondere die Leber, die Knochen und Gelenke, die Augen und die Haut können hinzukommen. Nicht zu vernachlässigen sind die seelischen Belastungen durch vielfältige Einschränkungen im alltäglichen Leben. DCCV e.V. Paracelsusstr. 15 51375 Leverkusen Telefon (0214) 87608-0 Telefax (0214) 87608-88 Email: info@dccv.de Internet: www.dccv.de Wir sind als gemeinnütziger Verein anerkannt. Vereinsregister Köln 8560