kleine Schriftgrössemittlere Schriftgrössegrosse SchriftgrösseDrucken

Forderungen an die Gesundheitspolitik der Zukunft

DCCV-Mitgliederversammlung beschließt Resolution zur Bundestagswahl 2009

Die Mitgliederversammlung 2009 der DCCV e.V. am Samstag, 6. Juni 2009, in Leipzig hat 10 gesundheitspolitischen Forderungen beschlossen.

Das deutsche Gesundheitssystem gilt als eines der leistungsfähigsten der Welt. Versorgung findet auf hohem Niveau statt und bietet in der Regel das medizinisch Notwendige. Dennoch ist die aktuelle Situation der chronisch Kranken in Deutschland von vielfältigen Defiziten geprägt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der begonnenen Verteilungsdiskussion, die, statt auf eine sinnvolle Verteilung der Mittel zur Finanzierung des medizinisch Notwendigen zu setzten, den Zugang zu Leistungen begrenzen, rationieren will, müssen wir als Betroffene rechtzeitig unsere Stimme erheben.

Die DCCV ist keine Partei und will auch keine Wahlempfehlungen geben. Aber als Interessenvertreter der chronisch Kranken, unserer Mitglieder mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und primär sklerosierender Cholangitis, müssen wir unsere Anliegen bei Multiplikatoren und Entscheidungsträgern in der Politik und bei den Leistungserbringern zu Gehör bringen.
Auf der Grundlage eines ausführlichen downloadPapiers hat die DCCV-Mitgliederversammlung zur Bundestagswahl im Herbst einen Katalog mit konkreten Forderungen beschlossen:

Forderungen von Betroffenen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) an die Gesundheitspolitik der Zukunft

  1. Jegliche Rationierung im deutschen Gesundheitswesen ist derzeit unnötig und wird von der DCCV entschieden abgelehnt.
  2. Alle Rationalisierungsreserven müssen vollständig genutzt werden. Der zielgerichtete und sinnvolle Einsatz der Ressourcen des Gesundheitssystems in allen Bereichen (ärztliche Versorgung, Arzneimittel, stationäre Versorgung, Rehabilitation) ist die einzige Möglichkeit, eine gute Versorgung auch in Zukunft zu sichern.
  3. Die Debatte um den Wert jeglichen menschlichen Lebens und die Auswirkungen für das Solidarsystem muss in allen Teilen der Gesellschaft und der Politik geführt werden.
  4. Grundlegend für eine angemessene Versorgung ist die Sicherung einer ökonomisch sinnvollen Basis in allen Bereichen der medizinischen Versorgung.
  5. In den aktuellen Vergütungsmaßstab sowie in die kommenden muss eine gesonderte Vergütungspauschale für die CED-Behandlung aufgenommen werden. Gesprächsleistungen des Arztes müssen zusätzlich wieder einzeln abgerechnet werden können.
  6. Es scheint dringend geboten, wie in den meisten anderen europäischen Gesundheitssystemen auch, die Verordnungsfähigkeit von Verfahren und Arzneimitteln erst nach einer Bewertung zu erteilen und nicht automatisch an die Zulassung zu koppeln. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) soll gestärkt, seine Rolle, gerade in der Arzneimittelversorgung sollte ausgebaut werden.
  7. In allen versorgungsrelevanten Bereichen muss umgehend Patientenbeteiligung ermöglicht werden. Patientenvertreter müssen langfristig ein volles Mitbestimmungsrecht in den Gremien des Gesundheitswesens bekommen.
  8. Das zu schaffende Präventionsgesetz darf nicht nur die Primärprävention beinhalten, sondern muss auch die Sekundär- und Tertiärprävention, gerade bei chronisch Kranken, berücksichtigen.
  9. Die Daten der Patienten sind unbedingt zu schützen. Die elektronische Gesundheitskarte kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Versorgung der Patienten zu verbessern.
  10. Eine gute Heilmittel- und Hilfsmittelversorgung muss sichergestellt werden. Dies gilt insbesondere im Bereich der Stomaversorgung.

 

DCCV-Positionen zur Bundestagswahl:

downloadStatement der DCCV-Mitgliederversammlung

downloadPapier: Forderungen an die Gesundheitspolitik der Zukunft