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Primär sklerosierende Cholangitis: Neue Aspekte der internistischen Therapie

Prof. Dr. R. Raedsch, Wiesbaden, Bundestreffen des AK-PSC 2000

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen weisen in etwa 15 % der Fälle Begleiterkrankungen an Leber und Galle auf. Bei 5 - 7 % aller Patienten mit Colitis ulcerosa besteht eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Die ERCP dient zur Diagnose der PSC, der Behandlung von Gallengangsstrikturen und dem Anschluß eines cholangiozellulären Karzinoms.

Diagnose der PSC: Die ERCP stellt noch immer den Goldstandard zur Diagnose einer PSC dar. Der Einsatz einer Magnetresonanzcholangiographie (MRC) als nicht invasive Methode wird aktuell in zahlreichen Studien überprüft, kann jederzeit jedoch noch nicht als etablierte Alternative empfohlen werden. Die Indikation zur diagnostischen ERCP ergibt sich bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Cholestasesymptomen. Da bei Gallengangsstrikturen ein erhöhtes Cholangitisrisiko besteht, sollte die ERCP unter Antibiotikaschutz erfolgen (z.B. Mezlozillin, Amoxillin oder Ciprofloxazin). Zur Verlaufskontrolle bei PSC ist die ERCP indiziert bei zunehmender Cholestase oder nach endoskopischer Therapie - z.B. alle 12 Monate nach Dilatation einer hochgradigen Stenose).

Therapie der PSC: Neben einer medikamentösen Dauertherapie mit Ursodeoxylcholsäure ab Diagnosestellung (15 mg / kg, in der Regel 3 - 4 Kpsl. Cholofalk pro Tag) wird eine endoskopische Dilatation erreichbarer hochgradiger Gallengangsstenosen eventuell mit passagerer Stenteinlage empfohlen. Obwohl kontrollierte Studien fehlen, zeigen mehrere prospektive, gut dokumentierte Untersuchungen einen günstigen Einfluß dieser endoskopischen Maßnahmen auf den Langzeitverlauf der PSC.

In derzeit laufenden Studien wird die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung mit Ursodeoxycholsäure in Kombination mit immunsuppressiven Substanzen wie systemischen Sterioden, Budesonid, Azathioprin und anderen überprüft.

Diagnostik des cholangiolären Karzinoms: Bei 8 - 15 % der Patienten mit PSC entwickelt sich im Langzeitverlauf ein cholangioläres Karziom. Sichere Methoden der Früherkennung bestehen nicht. Jedoch kann ein im Rahmen der ERCP durchgeführter Bürstenabstich oder Biopsie zur Unterscheidung benigner und maligner Strikturen beitragen.