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Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind in Schüben verlaufende Erkrankungen des Verdauungstrakts, die dessen Funktion beeinträchtigen können. Daher ist es nicht überraschend, dass es bei diesen Erkrankungen häufig zu Störungen der Nahrungsaufnahme kommt, die zu Mangelernährung und bei Kindern zu Wachstumsverzögerung führen können.
Es wird angenommen, dass etwa 2/3 der Patienten mit Morbus Crohn und 1/3 der Patienten mit Colitis ulcerosa einen Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent des Normalgewichts aufweisen. Die Mangelernährung kann sich aber auch in versteckter Form, z.B. als Blutarmut, Eiweißmangel im Blut, Verlust von Stickstoff oder Mangel an  Blutsalzen, Vitaminen und Spurenelementen äußern.

  • Neben der Notwendigkeit, etwaige Mangelernährung nach dem Schub wieder auszugleichen und
  • der speziellen medizinischen Ernährungstherapie im schweren Schub ("Astronautenkost") stellt sich aber auch
  • die Frage nach einer der Erkrankung entsprechenden Ernährungsweise in der Remission.

Für die Frage nach der richtigen Diät für CED-Betroffene gilt vor allem: es gibt keine allgemein gültigen Richtlinien. Natürlich bereiten einige Nahrungsmittel häufiger Probleme (blähende Speisen, fette Nahrungsmittel, scharfe Gewürze, Vollkornschrot). Insgesamt aber handelt es sich um individuelle Unverträglichkeiten, die der einzelne für sich herausfinden muss (z.B. durch die Führung eines "Ernährungsprotokolls"). Wenn auch viele Ballaststoffe den Betroffenen Probleme bereiten können, in der Remission sollten sie dem Körper zugeführt werden. Das gilt besonders für so genannte "lösliche Faserstoffe", die zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert werden, die die Darmschleimhaut schützen (Präbiotika).
Es gibt zwar keine allgemeinen Ratschläge, aber Spielregeln, die helfen, den individuell erforderlichen Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken und gleichzeitig Spaß am Essen zu haben und zu behalten. Denn Essen ist auch ein wichtiges Stück Lebensqualität.


Wer Rat von Betroffenen sucht, kann sich übrigens an den DCCV-Arbeitskreis undefined„Ernährungstherapie“ wenden.