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Was sind extraintestinale Manifestationen?
- Was sind extraintestinale Manifestationen?
- Was ist eine Gelenkmanifestation?
- Was ist ein Erythema nodosum?
- Was ist ein Pyoderma gangraenosum?
- Was ist eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC)?
- Wie werden extraintestinale Manifestationen behandelt?
Was sind extraintestinale Manifestationen?
Krankheitssymptome außerhalb des Magen-Darm-Traktes, welche bei CED Patienten auftreten, werden als „extraintestinale Manifestationen“ bezeichnet.
Zu den extraintestinalen Manifestationen gehören zum Beispiel Gelenkmanifestationen, Hauterscheinungen, Krankheiten an Leber und Gallenwegen.
Ein Teil dieser Krankheitserscheinungen an Augen, Haut und Gelenken hängt direkt mit der Aktivität der Darmerkrankung zusammen (z.B. Iridozyklitis, Erythema nodosum, Arthritis). Allerdings treten auch extraintestinale Erscheinungen bei völlig ruhigem Darm auf. Dazu gehören zum Beispiel die primär sklerosierende Cholangitis und die Entzündung der Becken-Kreuzbein-Gelenke („Sacroileitis“).
Was ist eine Gelenkmanifestation?
Bei 30 Prozent aller Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen treten Gelenkschmerzen auf. Somit stellen die Gelenkmanifestationen die häufigste extraintestinale Manifestation dar.
Zu den CED-assoziierten Gelenkmanifestationen zählen Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen und die sogenannten Spondylarthropathien. Merkmal der Spondylarthropathien sind Entzündungen der Wirbelsäule oder der Becken-Kreuzbein-Gelenke. Auch einseitige Entzündungen, vor allem der Gelenke der unteren Extremitäten, und Entzündungen der Sehnenansätze treten auf. Im Labor fehlen die Rheumafaktoren. Bei der körperlichen Untersuchung fallen eine verminderte Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie eine Druckschmerzhaftigkeit der Gelenke auf. Nächtliche oder morgendliche Rückenschmerzen, welche sich unter Bewegung bessern, weisen auf eine Spondylarthopathie hin.
Was ist ein Erythema nodosum?
Eine typische Hautmanifestation bei CED stellt das Erythema nodosum dar. Es tritt im Schub der Darmerkrankung auf. Im Bereich der Streckseite der Unterschenkel stellt sich das Erythema nodosum als überwärmter roter schmerzhafter Knoten dar.
Was ist ein Pyoderma gangraenosum?
Eine geschwürartige Hautveränderung mit Schmerzen wird als Pyoderma gangraenosum bezeichnet. Hauptlokalisation ist wie beim Erythema nodosum der Unterschenkelbereich. Das klinische Bild kann von kleinsten Pusteln bis hin zu tiefen Geschwüren variieren. Meistens korreliert das Pyoderma gangraenosum mit einer erhöhten Aktivität der Grunderkrankung.
Was ist eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC)?
Unter einer primär sklerosierenden Cholangitis versteht man eine von der Aktivität der Grundkrankheit unabhängige Entzündung der Gallenwege. Folge der Entzündung sind Verengungen im Bereich der Gallenwege, wodurch ein verschlechterter Abfluss der Galleflüssigkeit resultiert. Laborchemisch fällt der Gallestau auf und die Patienten beklagen häufig Juckreiz. Eine röntgenologische Darstellung der Gallenwege oder (heute häufiger eingesetzt) die Darstellung der Gallenwege mittels Magnetresonanztomographie (MRT, bildgebende Untersuchung) gelten als diagnostische Standarduntersuchungen. Die beweisenden diagnostischen Kriterien sind narbige Einengungen der großen und kleinen Gallenwege.
Das Vorliegen einer PSC erhöht das Risiko (insbesondere bei Colitis ulcerosa- Patienten), an einem Dickdarmkrebs zu erkranken.
Wie werden extraintestinale Manifestationen behandelt?
Mit der Aktivität der Darmerkrankung zusammenhängende Krankheitserscheinungen werden mit „systemisch“ (s.o.) wirksamen Steroiden behandelt. Bei Gelenkbeschwerden sollte Sulfasalazin gegeben werden. Die sog. „nichtsteroidalen Antirheumatika“ sollten eher mit Zurückhaltung eingesetzt werden, da sie die Darmerkrankung verschlechtern können. Augenveränderungen (Entzündung von Linse und Regenbogenhaut) werden zusätzlich zu systemisch wirksamen Steroiden lokal behandelt.
Die primäre sklerosierende Cholangitis (PSC) wird durch endoskopische Aufweitung von erreichbaren Engstellen der Gallenwege und medikamentös mit Ursodeoxycholsäure behandelt. Im Verlauf der Erkrankung kann sich eine Lebertransplantation erforderlich machen.







