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Was sind extraintestinale Komplikationen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Was sind extraintestinale Komplikationen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Zu den extraintestinalen Komplikationen zählen verschiedene Mangelzustände, sowie Gallen- und Nierensteine sowie die Osteoporose. Sie sind die direkte Folge der gestörten Funktion des Darmes. Sie hängen vom Befallsmuster (Dünndarmbefall) und im Vorfeld erfolgten chirurgischen Eingriffen (Ileumresektion) ab.

 

Bei Morbus Crohn können je nach Befallsmuster und Ausmaß der entzündlichen Darmveränderungen zum Teil schwerwiegende Mangelzustände an Vitaminen und Spurenelementen auftreten. Bei möglichen Mangelzuständen sollten die entsprechenden Substanzen untersucht und gegebenenfalls ausreichend ersetzt werden (z. B. Vitamin B12, die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, unter Umständen Kalzium und Zink.)

 

Das Auftreten von Gallensteinen ist bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erhöht, wobei keine gesicherte Prophylaxe existiert. Vor allem Patienten mit langstreckigem Befall des terminalen Ileums oder längerstreckig entferntem terminalen Ileum neigen zu Gallensteinen. Ursache ist eine gestörte Rückresorption (Resorption = Aufnahme) der Gallensäuren durch den entzündeten oder entfernten letzten Abschnitt des Dünndarmes.

 

Auch Nierensteine werden insbesondere bei Patienten mit ausgedehntem Ileumbefall oder Ileumresektion mit resultierendem Gallensäureverlust häufig angetroffen. Dabei handelt es sich überwiegend um Oxalatsteine, da bei Verlust der Gallensäuren über den Darm mehr Oxalat aus der Nahrung in den Körper aufgenommen wird und in der Niere zu einem Kalziumoxalatstein ausfällt. Vorbeugen kann eine fettmodifizierte oxalsäurearme Kost (Meiden von Spinat, Rhabarber, Kakao, löslichem Kaffee, Diät-Getränken) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie die Kalziumgabe von 1 g/d (Komplexbildner mit Oxalat im Darm).