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Können Colitis ulcerosa und Morbus Crohn operativ geheilt werden?

Können Colitis ulcerosa und Morbus Crohn operativ geheilt werden?

Die Colitis ulcerosa ist durch operative Entfernung des gesamten Dickdarmes heilbar. Auch wenn nur ein Teil des Dickdarmes erkrankt ist, wird stets der gesamte Dick- und Enddarm entfernt, da die Erkrankung im verbliebenen Teil wieder auftreten würde. Natürlich bringt ein Leben ohne Dickdarm Veränderungen mit sich. Allerdings hat die Patientengruppe, welche für die operative Dickdarmentfernung in Frage kommt, einen durch Medikamente nicht zu beeinflussenden Verlauf der Erkrankung oder Nebenwirkungen der Medikamente machen eine adäquate Behandlung unmöglich. Daher ist die operative Entfernung und der daraus resultierende Folgezustand ohne Dickdarm trotzdem eine Chance auf eine bessere Lebensqualität.

Bis Anfang der 80er Jahre stellte die Entfernung von Dick- und Endarm mit lebenslangem künstlichem Darmausgang die einzig mögliche Behandlungsoption dar. Seit 1978 gibt es die einen dauerhaften künstlichen Darmausgang vermeidende Pouchoperation.

 

Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa kann der Morbus Crohn nicht operativ geheilt werden. Das erklärt sich aus dem potentiellen Befall des gesamten Magen-Darm-Traktes. Für die Morbus Crohn Patienten kommt der Chirurgie große Bedeutung bei der Behandlung von Komplikationen (Abszessen, Fisteln, Stenosen) zu.

Was ist ein Ileostoma?

Unter einem Ileostoma versteht man einen künstlichen Darmausgang. Dieser kann vorübergehend oder dauerhaft angelegt werden.

Sind Dick- und Enddarm operativ entfernt, so endet der Darm mit dem terminalen Ileum, dem letzten Teil des Dünndarmes im rechten Unterbauch. Wird dieses Ende aus der Bauchdecke ausgeleitet, resultiert ein endständiges Ileostoma (terminale Ileostomie). Auf das eröffnete letzte Dünndarmstück wird ein Stomabeutel zum Auffangen des Stuhles geklebt. Dieser Beutel muss ca. 4-6 Mal in 24 Stunden geleert werden.

Ein sogenanntes doppelläufiges Ileostoma (Loop-Ileostomie) leitet den Stuhl aus dem letzten Stück des Dünndarmes in den Stomabeutel. Der Dünndarm geht dann allerdings in den sogenanntem Pouch (siehe unter 9.4.) oder in eine operative Verbindung (Anastomose) zwischen Dünndarm und Dickdarm über. Das Stoma dient in diesem Fall vorübergehend als Schutz der neu angelegten Anastomose.

Was ist ein Kolostoma?

Bei einem Kolostoma wird die Verbindung des Dickdarmes unterbrochen. Auch ein Kolostoma kann wie ein Ileostoma endständig oder doppelläufig angelegt werden. Dieses Vorgehen wird häufiger bei Morbus Crohn Patienten mit nicht therapierbaren Fistelleiden um den After nötig. Um die Fisteln zur Abheilung zu bringen, wird vorübergehend die Stuhlpassage unterbrochen ohne dass der Dickdarm operativ entfernt wird. Der Dickdarm wird meist im linken Unterbauch, dem Colon sigmoideum ausgeleitet. Aber auch jede andere Stelle des Dickdarmes kommt für die Kolostomaanlage in Frage. Bei schwerem Fistelleiden wird manchmal als definitive Lösung ein endständiges Kolostoma nach Entfernung von tiefer gelegenem Dick- und Enddarm angelegt. Ein Kolostoma muss seltener als ein Ileostoma geleert werden, meist 2-3 Mal und der Stuhl ist dicker.

Was ist ein ileoanaler Pouch?

Die operative Heilung der Colitis ulcerosa erfordert die vollständige Entfernung von Dick- und Enddarm (Proktokolektomie). Aus dem letzten Abschnitt des Dünndarmes wird in Form eines J ein neues Auffangreservoir für den Stuhl geschaffen und mit dem Schließmuskel verbunden. Um dieses neue Stuhlreservoir gut einheilen zu lassen, wird in der Regel ein schützendes doppelläufiges Ileostoma für 6-12 Wochen angelegt. Dieses operative Verfahren erhält die Kontinenz der Patienten und ermöglicht in den meisten Fällen eine gute Lebensqualität. Voraussetzungen für den Erfolg dieser komplizierten Operation sind, dass der Eingriff in einem spezialisierten Zentrum unter Wahl des optimalen Zeitpunktes und unter Beachtung von Medikation und eventuellen Begleiterkrankungen durchgeführt wird. Eine weitere unabdingbare Voraussetzung ist die sichere Diagnose einer Colitis ulcerosa, bei unklarer chronisch entzündlicher Darmerkrankung oder Morbus Crohn verbietet sich die Anlage eines ileoanalen Pouches.