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Psychotherapie bei CED?

Bauchredner "Glück und CED"
Ein Bauchredner zur Psyche bei CED

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts hatte man vermutet, dass es sich bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere bei der Colitis ulcerosa, um psychosomatische Erkrankungen handeln könnte. Bislang ist es aber keiner wissenschaftlichen Studie gelungen, überzeugend nachzuweisen, dass spezifische Persönlichkeits- oder psychische Konfliktstrukturen eine chronisch entzündliche Darmerkrankung auslösen.

Für die Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bleibt es damit aktueller Stand der Wissenschaft, dass es sich um ein Geschehen mit mehreren Einflussfaktoren handelt. Genetische Veranlagungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie Umweltfaktoren, wobei insbesondere hohe hygienische Standards, Bestandteile der Nahrung und chemische Fremdstoffe diskutiert werden. Als zentral für das Krankheitsgeschehen erscheint eine Barrierestörung im Darm, über die im undefinedDCCV-Mitgliederjournal "Bauchredner" (Ausgabe 01/2006) ausführlich berichtet wurde.

Dennoch beobachten viele Patienten bei sich, dass belastende Ereignisse einen neuen Krankheitsschub verursachen können; ein Phänomen, das sich übrigens nicht nur bei CED zeigt. Hinzu kommt, dass die Erkrankung selber eine große psychische Belastung darstellen kann. Dabei spielen Ängste vor Krankheitsschüben, Untersuchungen, Medikamenten und Operationen ebenso eine Rolle wie soziale Nöte beispielsweise durch fehlende Toiletten im öffentlichen Raum, Sorgen um den Verlust des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsfähigkeit und Scham gegenüber dem Partner oder der Partnerin.
Vor diesen Hintergründen kann es von Vorteil sein, zusätzlich zu der sonstigen Therapie durch Medikamente und ggf. Operationen eine begleitende psychologische Betreuung zu nutzen, um das Krankheitsgeschehen zu verarbeiten und die eigene Lebensqualität und -freude wieder zu erhöhen. Für den Erfolg einer solchen Therapie ist weniger wichtig, ob sich der Psychologe mit CED auskennt, entscheidender ist, dass eine gute Vertrauensbasis herrscht und die Gespräche in ruhiger Atmosphäre und ohne Zeitdruck geführt werden können.

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