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Informationen zu den Influenza A (H1N1) Infektionen ("Neue Grippe", "Schweinegrippe"):
28.10.2009
Informationen zur Neuen Grippe A/H1N1 (sogenannte „Schweinegrippe“) (PDF-Datei)
Artikel für den Bauchredner 4/2009 von Dr. med. Christoph Lübbert, Gastroenterologe und Infektiologe in Halle (Saale).
Weitere aktuelle Informationen
- Auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind die aktuellen Situationseinschätzungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen abgelegt:
www.rki.de. - Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bietet aktuelle Informationen:
www.pei.de. - Das Bundesministerium für Gesundheit bietet seit Freitag, 1. Mai 2009, eine kostenlose Bürger-Hotline an, unter der sich Bürgerinnen und Bürger zur Influenza A/H1N1 informieren können. Die Hotline ist montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8-18 Uhr und freitags zwischen 8-12 Uhr zu erreichen: 0800 44 00 55 0.
Infektionsrisiko
- Allgemein ist bei Patienten unter medikamentöser Immunsuppression von einem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen. Daher ist in diesen Fällen die Vorbeugung besonders wichtig.
- Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Daher wird insbesondere häufiges Händewaschen empfohlen und das Husten in den Ärmel statt in die Hand. Persönliche Schutzmaßnahmen vor Virusinfektionen:
www.wir-gegen-Viren.de. - Zum Pandemierisiko:
www.pandemierisiko.info.
Impfung
- Über die Schweinegrippe die jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza nicht vergessen!
Die Impfung gegen die saisonale Influenza ist für chronisch Kranke und Personen über 60 empfohlen, ebenso für medizinisches Personal und Menschen mit viel Kontakt zu anderen. Siehe auch: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit zur saisonalen Influenza-Impfung, 23.9.2009 (http://www.bmg.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2009/Presse-3-2009/pm-23-09-09-impfen-saisonaleGrippe.html) - Zu Impfungen bei CED allgemein siehe den Beitrag von Annette Reißmann "
Impfen unter Immunsuppression" im Bauchredner 3/2004, S. 94ff. - Zur Frage der Impfung gegen die "Neue Influenza" haben wir Oberarzt Dr. med. Christoph Lübbert, Facharzt für Innere Medizin/Infektiologie, D.T.M.&H. (Liverpool), vom Arbeitsbereich Infektiologie der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle (Saale) gefragt:
Nach seiner Einschätzung ist die Zeit noch nicht reif, um die neue Impfung beurteilen und empfehlen zu können: Die laufenden Testreihen bei freiwilligen Probanden werden zeigen, ob z.B. erhöhte Raten an der neurologischen Erkrankung Guillain-Barré-Syndrom oder andere Impfkomplikationen zu befürchten sind.
Dr. Lübbert: "Ich empfehle daher dringlich, sich erst nach dieser Zwischenauswertung, also frühestens Ende September/Anfang Oktober impfen zu lassen. Grundsätzlich ist die Impfung gegen Neue Influenza A/H1N1 für alle immunsuppressiv Behandelten und alle über 60 Jahre dringend zu empfehlen, auch erwarte ich persönlich eine hohe Impfstoffsicherheit.
Aber auch die konventionelle Influenza-Impfung sollte bei allem Gerede um die »Schweine-Grippe« keinesfalls vergessen werden."
- 8.10.2009: "Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat jetzt ihre Empfehlungen zur Schutzimpfung gegen die Neue Influenza veröffentlicht. Sie empfiehlt diese Impfung zunächst für Medizinpersonal, chronisch Kranke und Schwangere. Diese Gruppen vorrangig zu impfen, hat auch die Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Die STIKO weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Empfehlung bei einem dynamischen Infektionsgeschehen und einer sich ständig ändernden und verbreiternden Datenlage nicht statisch sein kann, sondern fortlaufend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden wird.
Die STIKO weist darauf hin, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen von der Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) profitieren können. Da Personen der Risikogruppen besonders von der Impfung profitieren und erheblich zur Krankheitslast hinsichtlich schwerer und tödlicher Verläufe beitragen, sieht die STIKO deren Impfung als vordringlich an. Personen mit chronischen Grundkrankheiten (z.B. der Atemwege) und Schwangere haben ein mehrfach erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gegenüber Personen ohne derartige Risikofaktoren. Die Immunisierung von medizinischem Personal und anderen Berufsgruppen mit Patientenkontakt schützt die Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind und engen Kontakt zu gefährdeten Gruppen haben.
Bisherige Daten und Analogieschlüsse sprechen gegen eine besondere Nebenwirkungsträchtigkeit der neuen Impfstoffe. Aber wie vor anderen Impfungen sollte auch bei der neuen Influenza-Impfung grundsätzlich eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden. Das gilt insbesondere für Schwangere. Informationen zu Impfstoffen sind auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden (
www.pei.de/schweinegrippe)."
Quelle: Aus einer RKI-Pressemeldung vom 8.10.2009 (http://www.rki.de/cln_091/nn_205760/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2009/26__2009.html).
Aus der STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1):
"Es ist der STIKO daher bewusst, dass sich die Grundlagen dieser Impfempfehlung unvermeidlich wesentlich von denen früherer Impfempfehlungen unterscheiden:
* Es ist derzeit nicht möglich, die Infektions- und Erkrankungsraten durch das Neue Influenza A (H1N1)-Virus für die kommende Influenza-Saison quantitativ vorherzusagen.
* Die Schwere der Erkrankungen kann nicht als statischer Faktor angesehen werden. [...]
Grundsätzlich können alle Bevölkerungsgruppen von einer Impfung gegen die neue, pandemische Influenza A (H1N1) profitieren. Jeder Bürger sollte im Rahmen der Zulassung der Impfstoffe die Möglichkeit einer Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) haben. Die Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) sollte in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe in folgender zeitlicher Reihenfolge und Abstufung erfolgen: Mit der Impfung der Indikationsgruppen 1, 2 und 3 sollte bei Verfügbarkeit der Impfstoffe sofort begonnen werden:
1. Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material
2. Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens,wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre
Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion
3. Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen
4. Haushaltskontaktpersonen, die eine mögliche Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen (s. 2. und 3. und Säuglinge unter 6 Monaten) sein können
5. Alle übrigen Personen ab dem Alter von 6 Monaten bis 24 Jahren
6. alle übrigen Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren
7. alle übrigen Personen ab 60 Jahre [...]
Die STIKO weist darauf hin, dass die Impfung im Zweifelsfall nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden soll. Das gilt insbesondere für chronisch Kranke, Kinder und Schwangere. Die STIKO ist sich der komplexen Problematik der Impfung in der Schwangerschaft bewusst, daher sollten Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit einem nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoff geimpft werden. [...]
Zu den ausgewiesenen Patientengruppen mit besonderem Risiko für schwere Verläufe zählen dabei Personen mit chronischen Krankheiten. Explizit und unabhängig vom Alter ausgewiesen wurden Personen mit Atemwegskrankheiten, Herz-Kreislaufkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten (hierbei v. a. Diabetes mellitus),
Nieren- und Leberkrankheiten, neurologischen und neuromuskulären Krankheiten sowie Krankheiten, die das Immunsystem und die Atemfunktion beeinträchtigen können. Die bisher analysierten und publizierten Daten zur Neuen Influenza A (H1N1) zeigen, dass definierte Risikogruppen bzgl. chronischer Krankheiten für schwer verlaufende Infektionen durch die Neue Influenza A (H1N1) weitgehend den Risikogruppen entsprechen, für die auch eine Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen wird."
Quelle: RKI, Epidemiologisches Bulletin, 12. Oktober 2009/Nr. 41 (http://www.rki.de/cln_091/nn_205760/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/41__09,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/41_09.pdf), Hervorhebungen hinzugefügt. - Impfstoff kommt am 19. Oktober 2009: Die Gesundheitsbehörden rechneten damit, dass die ersten der 50 Millionen bestellten Dosen des Impfstoffs Pandemrix am 19. Oktober ausgeliefert werden, berichtete das in Bielefeld erscheinende „Westfalen-Blatt“ am Mittwoch, 23. September 2009. (
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/38226/Schweinegrippe-Impfstoff_kommt_am_19_Oktober.htm) - Kritisches zur Impfung aus »Gute Pillen - Schlechte Pillen«: "Zum Impfen gehen – oder nicht?":
http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/Schweinegrippe.86.0.html - Zur Finanzierung der Impfungen: Finanzierung geklärt - Kabinett beschließt Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung bei Schutzimpfungen gegen die neue Influenza A(H1N1) (Bundesministerium für Gesundheit, 19.08.2009):
www.bmg.bund.de/cln_160/nn_1168278/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2009/Presse-3-2009/pm-19-08-09-leistungsVO.html?__nnn=true

- Information zur Neuen Grippe A/H1N1 (sogenannte "Schweinegrippe")
Dr. med. Christoph Lübbert, Bauchredner: 4/2009Oberarzt Dr. med. Christoph Lübbert ist Facharzt für Innere Medizin/Infektiologie, D.T.M.&H. (Liverpool), am Arbeitsbereich Infektiologie der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle (27.10.2009).
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