Diagnostik von Krebsvorstufen bei Morbus Crohn mittels Chromo- und konfokaler Laserendoskopie
Was ist der Hintergrund der Studie?
Patienten mit Morbus Crohn, bei denen die Entzündung den Dickdarm betrifft, haben ein erhöhtes Risiko, einen bösartigen Tumor im Dickdarm zu entwickeln. Bei einer Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben können Vorstufen des Dickdarmkrebses (sog. „intraepitheliale Neoplasien“) entdeckt werden. Bislang entnimmt der untersuchende Arzt hierzu alle 10 cm jeweils 4 Schleimhautproben (sog. Stufenbiopsien). Inzwischen stehen mit der Chromoendoskopie und der konfokalen Laserendoskopie zwei technische Verfahren zur Verfügung, die Schleimhautveränderungen deutlicher zeigen, so dass gezieltere Biopsien entnommen werden können. Bei der Chromoendoskopie wird hierzu der gesamte Dickdarm mit einem speziellen Farbstoff (z.B. Methylenblau) eingefärbt; bei der konfokalen Laserendoskopie kann der Arzt während der Untersuchung bestimmte auffällige Bereiche des Dickdarmes direkt mikroskopieren und ggf. aus diesen Bereichen Proben abnehmen. Diese Untersuchung wird mit einem normalen Koloskop durchgeführt, bei dem ein Laser eingebaut ist. Dadurch kann zusätzlich zum endoskopischen Bild die Schleimhaut endomikroskopisch untersucht werden. Um die Strukturen besser deutlich zu machen, ist die Gabe eines Farbstoffes (Fluorescein) in die Vene des Patienten unverzichtbar.
Was ist das Ziel der Studie?
Die Studie verfolgt zwei Ziele: Erstens soll das Risiko von Patienten mit Morbus Crohn, Dickdarmkrebs zu entwickeln, genauer untersucht werden. Erste Daten zeigen, dass hier das Krebsrisiko geringer ist als bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Zweitens kann durch die Verwendung von Farbe und/oder konfokaler Endomikroskopie eine moderne Untersuchungsmethode als Vorsorge angeboten werden.
Man weiß, dass die Auffindungsrate von intraepithelialen Neoplasien nochmals erhöht werden kann, wenn man die Techniken der Chromoendoskopie und der Laserendomikroskopie miteinander kombiniert. Zudem werden die Raten der aufgefundenen Neoplasien der Patienten mit Morbus Crohn mit solchen von Patienten mit Colitis ulcerosa und von Personen ohne chronisch entzündliche Darmerkrankung verglichen.
Wer kann teilnehmen?
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein
- histologisch/radiologisch/endoskopisch gesicherte Diagnose „Morbus Crohn“
- bekannter Befall des Dickdarms durch den Morbus Crohn
- Krankheitsdauer mindestens 8 Jahre
- Geringe oder keine Entzündungsaktivität (CDAI<220 Punkte)
Nicht teilnehmen können Sie
- bei eingeschränkter Nierenfunktion
- bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die Farbstoffe der Chromoendoskopie oder gegen Fluorescein
- wenn Sie gerade schwanger sind oder stillen
Wie läuft die Studie ab?
Wenn bei Ihnen eine gesicherte Diagnose einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung vorliegt und längere Zeit keine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt worden ist, können Sie an der Untersuchung teilnehmen. Die Vorbereitung ist exakt die gleiche wie für eine normale Koloskopie. Auch der Untersuchungsablauf entspricht dem einer normalen Koloskopie mit dem Unterschied, dass der gesamte Darm angefärbt wird und so gezielt auch auf kleine und flache Läsionen geachtet wird, die, wie bekannt, ein Entartungsrisiko besitzen. Durch das gezielte Auffinden von diesen Läsionen können diese dann auch zusätzlich endomikroskopisch untersucht werden.
Was spricht dafür, an der Studie teilzunehmen?
Die teilnehmenden Patienten erhalten eine gründliche endoskopische Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung. Sollen dabei neoplastische Schleimhautveränderungen gefunden werden, kann die Therapie frühzeitig einsetzen.
Ein Votum der Ethikkommission Mainz zur Durchführung der Studie liegt vor.
Wie kann man teilnehmen?
Interessierte Patienten oder Ärzte, die Patienten zur Teilnahme anmelden möchten, können sich wenden an
Johannes Gutenberg Universität Mainz
I. Med. Klinik und Poliklinik
Zentrale Endoskopie
Langenbeckstr. 1
55101 Mainz
Tel. 06131 / 17-7299
Dieser Text wurde am 12.06.2008 im Internet veröffentlicht.
Am 03.03.2010 wurde die Studie mangels Rückmeldung aus der Liste der aktiven Studien entfernt (TH).







