Keine Teilnehmer mehr gesucht
Doppelblinde, randomisierte, plazebokontrollierte multizentrische Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von AST-120 bei Patienten mit Morbus Crohn leichter bis mittlerer Aktivität mit Fistelbildung
Was ist das Ziel der Studie?
Das Ziel der Studie ist zu bestimmen, wie sicher und wirksam das Medikament AST-120 bei der Behandlung von Morbus Crohn leichter bis mittlerer Aktivität mit Fistelbildung ist. Das bedeutet, dass die Angaben von Patienten zu Nebenwirkungen der Medikation gesammelt werden und berechnet wird, wie hoch das Risiko ist, diese Nebenwirkung zu bekommen. Auf der anderen Seite wird auch ermittelt, wie viele Patienten eine Verbesserung der Symptome erfahren und in welchem Ausmaß die Verbesserung bei ihnen eintritt.
Wer kann teilnehmen?
Die wichtigsten Kriterien, die die teilnehmenden Patienten erfüllen müssen, sind:
- Morbus Crohn leichter bis mittlerer Aktivität
- 18-70 Jahre alt
- mindestens eine drainierende Perianale Fistel
- keine Therapie mit Remicade® (oder einem ähnlichen Medikament) in den letzten 3 Monaten vor dem Einschluss in die Studie
- keine oder eine stabile Dosis von Immunsuppresiva (z.B. Imurek®, MTX®) in den letzten 12 Wochen vor dem Einschluss in die Studie
- keine oder stabile Dosis von Antibiotika in den letzten 4 Wochen vor dem Einschluss in die Studie
- keine oder eine stabile Dosis (max. 20 mg/tägl.) von Corticosteroiden (z.B. Decortin®) in den letzten 4 Wochen vor dem Einschluss in die Studie
- keine Fäden (Setons), es sei denn, sie werden mindestens 48 Stunden vor Studienbeginn entfernt
- kein Stoma
Wie läuft die Studie ab?
Die Patienten nehmen 8 Wochen lang dreimal täglich eine Dosis von 2g entweder AST-120 oder Placebo ein. Sowohl die Patienten als auch die Ärzte sind dabei verblindet, d.h. sie wissen nicht, ob das eingenommene Mittel das Medikament oder das Placebo ist.
Für die Wirksamkeit wird nach der 4. und nach der 8. Woche die Verminderung in der Anzahl der drainierenden Fisteln und die allgemeine Verbesserung der Morbus Crohn Symptome bestimmt.
Wenn bei Patienten während der ersten 8 Wochen keine ausreichende Verbesserung der Symptome erreicht wird (weil sie unter Umständen Teil der Placebo-Gruppe waren), können sie danach wiederum 8 Wochen lang die entsprechende andere Behandlung bekommen.
Patienten, die auf die Behandlung angesprochen haben, werden jeden Monat im Rahmen einer Visite beobachtet, und zwar bis Woche 24 oder bis zu einer Verschlechterung der Symptome.
Was spricht dafür, an der Studie teilzunehmen?
Fisteln sind eine häufige Komplikation bei Morbus Crohn, d.h. im Darm sind Verletzungen (Läsionen), die durch einen Gang mit der Haut verbunden sind (enterokutane Fisteln). Oft treten diese Fisteln um den After herum auf und werden dann perianale Fisteln genannt.
Gegenwärtig gibt es keine Heilung von milden und moderaten Morbus Crohn, und bei gebräuchlichen Therapien hat sich gezeigt, dass diese signifikante Nebenwirkungen haben.
Erste klinische Studien mit AST-120 in bei Patienten mit Morbus Crohn mit Fistelbildung haben sehr gute Ergebnisse gezeigt, sowohl in Bezug auf die Wirksamkeit von AST-120 als auch mit Blick auf die Verträglichkeit für den Patienten; der Grad an Nebenwirkungen war gering.
Wie können Sie an der Studie teilnehmen?
Sie können sich an eines der unten genannten Studienzentren wenden, in denen Ihnen die Ärzte auch detailliertere Informationen über die Studie geben können.
Achtung: Für diese Studie werden keine Teilnehmer mehr gesucht!
Ansprechpartner:
Kontaktadressen der Studienzentren und beteiligten Ärzte:
Studienleiter in Deutschland:
Prof. Dr. med. Stefan Schreiber
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
I. Medizinische Klinik / Gastroenterologie
Schittenhelmstr. 12
24105 Kiel
Tel.: 0431 - 597 2350
Fax: 0431 - 597 1842
E-Mail:
secretary(at)mucosa.de
Sekretärin: Frau Wolfschwerin
Tel: 0431 - 597 2350
Studienkoordinatorin: Frau Türk
Tel: 0431 - 597 1402 oder 4118
E-Mail:
k.tuerk(at)ikmb.uni-kiel.de
Prüfzentren:
Universitätsklinikum Regensburg
Abteilung Innere Medizin I
Franz-Josef-Strauss-Allee 11
93047 Regensburg
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Dr. Ulrike Strauch
Tel: 0941 - 944 7180
Fax: 0941 - 944 7179
E-Mail:
ulrike.strauch(at)klinik.uni-r.de
Studienkoordinatorin: Birgit Fritsch
Universitätsklinikum Ulm
Innere Medizin I
Robert-Koch-Str. 8
89081 Ulm
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Dr. med. Georg von Boyen
Tel: 0731 - 500 0
Fax: 0731 - 500 40331
E-Mail:
georg.boyen(at)uniklinik-ulm.de
Studienkoordinatorin: Jana Berthold
Tel: 0731 - 500 24331
Universitätsklinik Heidelberg
Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Dr. med Claudia Veltkamp
Tel: 06221 - 56 38891
Fax: 06221 - 56 5255
E-Mail:
claudia_veltkamp(at)med.uni-heidelberg.de
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie
Carl-Neuberg-Str. 1
30623 Hannover
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Prof. Dr. med Ursula Seidler
Tel: 0511 - 5329 427
Fax: 0511 - 5328 428
E-Mail:
seidler.ursula(at)mh-hannover.de
Studienkoordinatorin: Natalie Lemle
Charite - Campus Virchow-Klinikum
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): PD Dr. med. Andreas Sturm
Tel: 030 - 450 665 206
Fax: 030 - 450 553 902
E-Mail:
andreas.sturm(at)charite.de
Studienkoordinatorin: Antje Objartel
Tel: 030 - 450 553 836
Universität Rostock
Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
Abteilung für Gastroenterologie
Ernst-Heydemann-Str. 6
18057 Rostock
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Prof. Dr. med. Jörg Emmrich
Tel: 0381 - 494 7423
Fax: 0381 - 494 7448
E-Mail:
angela.schumacher(at)med.uni-rostock.de
Medizinische Universitätsklinik Tübingen
Innere Medizin I
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): PD Dr. med. Armin Raible
Tel: 07071 - 298 2722
Fax: 07071 - 292 09531
E-Mail:
armin.raible(at)med.uni-tuebingen.de
Studienkoordinatorin: Ursula Köppenhofer
Tel: 07071 - 298 4457
Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt am Main
Medizinische Klinik I
Theodor Stern Kai
760590 Frankfurt
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Prof. Dr. med. Jürgen Stein
Tel: 069 - 6301 5917 (Frau Lüdemann)
Fax: 069 - 6301 83112
E-Mail:
j.stein(at)em.uni-frankfurt.de
Klinikum rechts der Isar der TUM II
Abteilung Innere Medizin und Gastroenterologie
Ismaninger Str.22
81675 München
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): PD Dr. med. Wolfgang Huber
Tel: 089 - 4140 2265
E-Mail:
wolfgang.huber(at)lrz.tu-muenchen.de
Universitätsklinikum Aachen
Med. Klinik III
Schwerpunkt Gastroenterologie und Stoffwechselkrankheiten
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Behandelnder Arzt (Prüfarzt): Dr. med. Jens Bach
Tel: 0241 - 800
Fax: 0241 -808 2705
E-Mail:
jbach(at)ukaachen.de
Sponsor der Studie:
Ocera Therapeutics, Inc.
12651 High Bluff Drive, Suite 230
San Diego, CA 92130
Monitoring der Studie in Deutschland:
Chiltern International GmbH
Norsk-Data-Strasse 1
D-61352 Bad Homburg
DCCV-Kommentar
Kommentar zur doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten multizentrischen Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von AST-120 bei Patienten mit Morbus Crohn leichter bis mittlerer Aktivität mit Fistelbildung
Bei AST-120 handelt es sich um ein experimentelles Arzneimittel, d.h. der Wirkstoff befindet sich noch in der Prüfphase und ist noch nicht amtlich zugelassen. In Studien wurde er bislang nur an etwa 60 Patienten mit Morbus Crohn ausprobiert. In Japan wird das Mittel allerdings auch zur Behandlung von Nierenkrankheiten angewendet. Insgesamt wurde der Stoff so bereits mehr als 200.000 Personen verabreicht.
Dabei wurden bei Personen, die AST-120 in der gleichen Dosierung wie in dieser Studie oder in einer höheren Dosis erhalten hatten, vor allem Nebenwirkungen des Magen-Darm-Trakts beobachtet. Die insgesamt häufigste Nebenwirkung war Verstopfung. Bei 1-2% der in früheren Studien mit AST-120 behandelten Personen kam es zu Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit/Erbrechen, rektalen (den Mastdarm betreffenden) Blutungen und Völlegefühl im Magen. Sehr selten oder nur in Einzelfällen wurden weitere Nebenwirkungen berichtet wie Juckreiz, Hautausschlag, Benommenheit, Augenrötung, Ohrgeräusch, Schluckbeschwerden, Lippenentzündung, erhöhte Leberenzyme, erhöhte Harnsäure, Flüssigkeitsverlust, Natriummangel, verminderte weiße Blutzellen oder Blutplättchen, verringerte Urinmenge, nächtliches Wasserlassen, erhöhte Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), Störungen der Monatsblutung, Mundgeruch und Kopfschmerz.
Möglicherweise gibt es noch weitere mögliche Nebenwirkungen von AST-120, die bislang noch nicht entdeckt wurden. Auch über mögliche Spätfolgen der AST-120-Einnahme liegen bislang noch keine Erkenntnisse vor.
Da insbesondere nicht ausgeschlossen werden kann, dass AST-120 ein Kind im Mutterleib schädigt, dürfen keine schwangeren Frauen und keine Frauen, die beabsichtigen, während der Studie schwanger zu werden, an der Studie teilnehmen. Vor der Teilnahme muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine mögliche Schwangerschaft auszuschließen, und während der Studie muss eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode angewendet werden.
Hinzuweisen ist auch darauf, dass der Focus der Studie auf perianalen Fisteln (Fisteln in der Umgebung des Afters) liegt. In die Studie kann also nur aufgenommen werden, wer mindestens eine aktive Perianale Fistel hat.
Während der Studie soll die bislang erfolgte medikamentöse Therapie des Morbus Crohn möglichst über 10 Wochen konstant fortgesetzt werden. Dies erscheint insbesondere dann problematisch, wenn ein Patient aktuell mit Corticoiden therapiert wird, da langdauernde Kortisonbehandlungen ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen (v.a. Verlust an Knochenmasse bis hin zur Osteoporose) bergen können.
Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass auch nach Ende der Studie keine Weiterbehandlung mit Studienmedikation geplant ist, d.h. auch Patienten, bei denen AST-120 gut wirkt, erhalten das Mittel nicht über das Studienende hinaus.
Prof. Dr. Axel Dignass, Frankfurt
PD Dr. Jörg Hoffmann, Ludwigshafen
Birgit Kaltz, stellv. DCCV-Vorsitzende
Stellungnahme der Firma Ocera Therapeutics zum Kommentar
Ocera Therapeutics empfiehlt nicht die Langzeitbehandlung mit Steroiden.
Patienten, die in den 4 Wochen vor der Randomisierung auf einer stabilen Steroiddosis sind, können in die Studie eingeschlossen werden. Außerdem haben die Prüfärzte die Möglichkeit, die Kortikosteroid-Dosis zu reduzieren, falls beim Patienten während der 8 Wochen Teilnahme an der Studienbehandlung eine Verbesserung eintritt.
Dieser Text wurde am 25.07.2007 im Internet veröffentlicht.







