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Vergleich der ungezielten Stufenbiopsieentnahme mit der gezielten Biopsie auffälliger Läsionen mit Videokoloskopen mit oder ohne NBI-Technologie in der Überwachungskoloskopie zur Krebsvorsorge bei Patienten mit langjähriger Colitis ulcerosa

Was soll untersucht werden?

Die langjährige Colitis ulcerosa geht mit einem erhöhten Risiko der Entstehung eines Dickdarmkrebs einher. Daher empfiehlt die Behandlungsleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) regelmäßige Dickdarmspiegelungen (Koloskopien) zur Krebsfrüherkennung. Diese Untersuchungen sollten in jährlichem Abstand stattfinden, und zwar bei Patienten mit einer Pancolitis ulcerosa ab einer Erkrankungsdauer von 8 Jahren und bei Patienten mit einer linksseitigen Colitis ulcerosa ab einer Erkrankungsdauer von 15 Jahren. Bei diesen Untersuchungen sollen möglichst bereits Vorstufen (sogenannte „Dysplasien“ oder „intraepitheliale Neoplasien“) entdeckt werden, bevor Krebs ausbricht.

Oft ist es allerdings für den Untersucher nicht leicht, Vorstufen der Krebsentwicklung bei der Darmspiegelung zu erkennen, da der Krebs aus Schleimhautgebieten entstehen kann, die schwierig von der Umgebung abzugrenzen sind. Wie im „Bauchredner“ mehrfach beschrieben und von der DCCV wissenschaftlich untersucht, ist es in ärztlichen Fachkreisen umstritten, wie man die Koloskopie technisch durchführen soll. Es gibt viele technische Neuerungen, die eventuell Vorteile in der Frühdiagnostik für den Arzt und den Betroffenen erbringen können. Während mit älteren Geräten zwingend sehr viele Probeentnahmen notwendig waren, mag es sein, dass mit modernsten Videoendoskopen die verdächtigen Veränderungen erkannt und gezielt getroffen werden können. Eventuell kann auch mit den neuartigen Narrow-band imaging (NBI) Koloskopen eine bessere Darstellung erreicht werden. Denn diese Geräte verfügen über eine neuartige Lichttechnik.

In der Studie soll nun untersucht werden, welche Methode am besten geeignet ist, um Frühformen der Krebsentstehung zu entdecken. Dadurch sollen die Betroffenen schon eine Therapie erhalten können, bevor eine mögliche Krebserkrankung entsteht oder gefährlich fortschreitet. Für die Studie ist es notwendig, zwei getrennte Darmspiegelungen mit einem Abstand von wenigstens 3 Wochen und höchstens 3 Monaten durchzuführen. Die Darmspiegelungen erfolgen hierbei mit der neuesten Generation von Koloskopen, einmal mit NBI und einmal ohne NBI-Licht. Unter NBI-Licht werden gezielte Gewebeproben entnommen, ohne NBI-Licht werden so genannte Stufenbiopsien entnommen. Alle Gewebeproben werden von zwei sehr erfahrenen Pathologen untersucht. Und dann werden die Ergebnisse von beiden Untersuchungen miteinander verglichen.

Was spricht dafür, an der Studie teilzunehmen?

Mit den beiden Spiegelungen soll für die Betroffenen eine hohe Sicherheit der Krebsvorsorge erreicht werden. Diese Sicherheit wird durch modernste Gerätetechnik, erfahrene Untersucher und pathologische Begutachtung der Gewebeproben durch zwei Experten erreicht. Außerdem soll für die Zukunft mehr Klarheit geschaffen werden, wie die Vorsorgeuntersuchungen am besten durchgeführt werden können.
Die Ethikkommission der Universität Bonn hat für die Studie ein positives Votum erteilt. Außerdem wird die Studie durch die Endoforschungs-AG der DGVS befürwortet. 

Wer kann teilnehmen?

Alle erwachsenen Patienten, die bereit sind zwei Darmspiegelungen zur Krebsfrüherkennung durchführen zu lassen und die vorgesehenen Kriterien für Vorsorgekoloskopien bei langjähriger Colitis ulcerosa erfüllen:

  • Alter > 18 Jahre
  • Pancolitis ulcerosa, mit Erkrankungsdauer > 8 Jahre oder Linksseitencolitis ulcerosa mit Erkrankungsdauer > 15 Jahren
  • letzte Vorsorge Koloskopie vor mehr als 10 Monaten
  • die Colitis ulcerosa befindet sich klinisch in Remission

Wie kann ich teilnehmen?

Wenn Sie sich für die Teilnahme an dieser Studie interessieren, können Sie sich an eines der unten genannten Studienzentren wenden. Die Prüfärzte werden Ihnen die Studie genau erklären, Ihre Fragen beantworten und zusammen mit Ihnen entscheiden, ob die Studie für Sie geeignet ist. Sie erhalten außerdem eine ausführliche schriftliche Information für Patienten, in der alles noch einmal genau beschrieben ist. Sie können dann in aller Ruhe überlegen, ob Sie an der Studie teilnehmen möchten. Außerdem ist eine E-Mail Adresse eingerichtet um Fragen zu der Studie zu beantworten: mailleifeld(at)evkk.de

 

Ansprechpartner:

Leitung der Studie:
Evangelisches Krankenhaus Köln-Kalk
Buchforststraße 2
51103 Köln
Prof. Dr. Kruis
PD Dr. L. Leifeld


Weitere Ansprechpartner:

Universitätsklinik Regensburg
Medizinische Klinik I

93042 Regensburg
Prof. Dr. Schölmerich
Dr. I. Zuber-Jerger

UniversitätsSpital Zürich
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
Rämistraße 100
8091 Zürich
Prof. Dr. Dr. Rogler

St. Marienkrankenhaus
Medizinische Abteilung
Richard-Wagner-Straße 14
60318 Frankfurt/Main
Prof. Dr. Hartmann

Klinikum St. Marien Amberg
Medizinische Klinik II
Mariahilfbergweg 7
92224 Amberg
Prof. Dr. V. Gross

Medizinische Klinik I
Universitätsklinik Kiel
Schittenhelmstr. 12
24105 Kiel
Prof. Dr. Schreiber  
Frau Dr. Kühbacher
Frau PD Dr. Nikolaus

Evangelische Kliniken Bonn GmbH, Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
PD Dr. Christian Scheurlen

Klinikum der Universität Rostock
Ernst Heydemann Straße 5
18057 Rostock   
Prof. Dr. Jörg Emmrich

Klinik am Bürgerpark
Schiffdorfer Chaussee 29
27574 Bremerhafen  
Dr. H.J. Schmeck-Lindenau

II. Medizinische Universitätsklinik – Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68135 Mannheim  
Prof. Dr. Dr. Manfred Singer
Prof. Dr. Ulrich Böcker

Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
Helios Klinikum Siegburg

Ringstraße 49
53721 Siegburg 
PD Dr. Michael Schepke
Dr. Erwin Biecker

Uniklinik Bonn
Medizinische Klinik I
Sigmund Freud Straße 25
53107 Bonn
Prof. Dr. Sauerbruch

Markus Krankenhaus
Medizinische Klinik I

Wilhelm Epstein Straße 2
60431 Frankfurt am Main
Prof. Dr. med. Dignaß

Friedrich-Schiller Universität
Klinik für Innere Medizin II
Erlanger Allee 101
07740 Jena
Prof. Dr. Stallmach
Dr. Carsten Schmidt

St. Josef-Hospital Wiesbaden
Beethovenstraße 20
65189 Wiesbaden
Prof. Dr. Raedsch

Städtisches Klinikum Dessau
Auenweg 38
06847 Dessau-Roßlau
Prof. Dr. Plauth

Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH
Medizinische Klinik I

Salzdahlumer Straße 90
38126 Braunschweig
Prof. Dr. Reinshagen

Universitätsklinik Viscerale Chirurgie und Medizin
Inselspital
3010 Bern
Schweiz
PD Dr. Maria Anna Ortner
Hr. Dr. Patuto

Dieser Text wurde am 16.01.2008 im Internet veröffentlicht. Die Liste der teilnehmenden Zentren wurde am 08.03.2011 überarbeitet. Die Kontaktdaten wurden am 04.01.2011 aktualisiert.