Nicht allein mit der chronischen Darmentzündung
Selbsthilfeverband berät seit 25 Jahren
Heute stehen die vier Buchstaben "DCCV", die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V., selbstverständlich für das Selbsthilfe-Engagement für die von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Betroffenen. Das Jubiläumsjahr 2007 erinnert uns daran, dass das Engagement der Betroffenen für ihre Sache keine Selbstverständlichkeit ist: in diesem Jahr blicken wir auf 25 Jahre DCCV e.V. zurück, 1982 wurde in Tübingen der Verband gegründet.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen? Mit "CED" bezeichnet man Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, schubweise verlaufende chronische Entzündungen des Darms oder, beim Morbus Crohn, des ganzen Verdauungstraktes. Die Erkrankungen, bei deren Entstehung genetische mit noch zu klärenden anderen Faktoren zusammen wirken, sind bis heute nicht heilbar. Sie treten meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Anzeichen sind: häufiger, teils blutiger Durchfall, ständiger Stuhldrang, Bauchschmerzen, Fieber, allgemeine körperliche Schwäche und Mangelerscheinungen, die sich auch in Begleiterkrankungen außerhalb des Darms äußern können: an Haut, Augen, Gelenken oder durch Minderwuchs bei Kindern und Jugendlichen. War vor einiger Zeit noch Kortison die einzige Therapiemöglichkeit, haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzen Jahren deutlich erweitert und verbessert und ermöglichen eine gute Lebensqualität.
Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V. ist der Selbsthilfeverband von und für Menschen, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt sind. Die wichtigste Aufgabe des Verbandes ist es, Betroffenen durch umfassende Informationen zu Diagnose und Therapie und durch Beratung bei der Bewältigung des Lebens mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) zu helfen. In der Öffentlichkeit und der Politik ist die DCCV e.V. als Interessensvertreterin der CED-Betroffenen aktiv. Durch die Zusammenarbeit mit der CED-Forschung und eigenen Forschungsstipendien hilft die DCCV e.V., die Erforschung der heute noch unheilbaren Erkrankungen voranzutreiben. Durch engagierte Arbeit hat sich der Verband bekannt gemacht: Mehr als 19.000 Mitglieder und eine breite Akzeptanz bei Ärzten, Forschern und Pflegekräften belegen das.
In den Anfangsjahren war die Selbsthilfe keineswegs eine akzeptierte Größe in der Landschaft des Gesundheitssystems: Betroffene mussten die Scheu, sich zu einem Tabuthema zu bekennen und damit vielleicht sogar an die Öffentlichkeit zu gehen, überwinden lernen. Ärzte, die oft noch überzeugt waren, jemanden mit einer psychosomatischen Erkrankung vor sich zu haben und vom Klischeebild der Götter in Weiß durchdrungen waren, hatten für solche "Spielereien" kein Verständnis, auch Angehörige zeig(t)en sich eher irritiert. Die Selbsthilfe brachte da Bestärkung, Unterstützung, Information und nicht zuletzt Gemeinschaft.
Die Situation hat sich glücklicherweise heute deutlich verbessert. Es bleiben aber noch immer viele Probleme bestehen, die wir gemeinsam lösen wollen, angefangen bei der Suche nach den Krankheitsursachen, verträglichen Therapien ... bis hin zu gesellschaftlicher Akzeptanz, im Alltag wie in der Gesetzgebung und Rechtssprechung. Dafür setzt sich die DCCV e.V. seit 25 Jahren ein.
Eine Gelegenheit zum Kennenlernen des Verbands bietet sich bei der Jubiläumsjahrestagung. Dort gibt es am Vormittag des 5. und 6. Mai im Hörsaalzentrum "Auf der Morgenstelle", Eberhard Karls Universität Tübingen ein breites Informationsprogramm mit Vorträgen von CED-Spezialisten und Workshops. CED-Betroffene, ihre Angehörigen und Freunde und alle Interessierten sind eingeladen zu erfahren: es ist möglich, mit der Krankheit zu leben und Sie sind nicht allein mit der CED!
DCCV e.V.
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