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News vom: 05.06.2010 12:00 Uhr -

Von: CW

Darmkrebs – Früherkennung verbessern

DCCV e.V. verleiht Forschungsstipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" an Wissenschaftler aus Köln

PD Dr. Leifeld

Berlin (DCCV) – Langjährig an Colitis ulcerosa Erkrankte haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. Der Früherkennung kommt daher eine besondere Bedeutung zu und Dickdarmkolosokopien sollten regelmäßig in Anspruch genommen werden.

PD Dr. med. Ludger Leifeld will in einem Projekt klären, welche der neuen technischen Entwicklungen im Bereich der Koloskope die zuverlässigste Methode bei der Früherkennung von Darmkrebs ist. Dies wird von der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. nun mit einem am 5. Juni in Braunschweig verliehenen Forschungsstipendium in Höhe von 20.000 Euro unterstützt.

PD. Dr. med. Ludger Leifeld ist Oberarzt im Evangelischen Krankenhaus Kalk gGmbH in Köln. Das geförderte Forschungsprojekt untersucht den „Vergleich der ungezielten Stufenbiopsieentnahme mit der gezielten Biopsie auffälliger Läsionen mit Videokoloskopen mit oder ohne NBI-Technologie in der Überwachungskoloskopie zur Krebsvorsorge bei Patienten mit langjähriger Colitis ulcerosa“.

Die Verleihung des Forschungsstipendiums "Patientenorientierte Forschung bei CED" erfolgte im Rahmen des anlässlich der Jahrestagung der DCCV e.V. statt- findenden Selbsthilfe-Forums. Birgit Kaltz, stellvertretende Vorsitzende der DCCV e.V., gratulierte dem Preisträger und überreichte die Urkunde. Die Laudatio hielt Prof. Dr. med. Max Reinshagen, einer der wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung.

Mit dem DCCV-Forschungsstipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" engagiert sich ein großer Selbsthilfeverband in der Forschungsförderung, denn noch immer sind die Ursachen für die Entstehung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa weitgehend unbekannt. Die DCCV-Forschungsstipendien sollen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland die Chance geben, erste Forschungsergebnisse mit innovativen Ansätzen zu erzielen. Der Preis wird aus Erträgen der Deutschen Crohn/Colitis Stiftung finanziert. (Vergabeverfahren und Leitfaden online unter internwww.dccv.de/stipendien.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch entzündliche, in Schüben verlaufende Erkrankungen des Verdauungstraktes. Starke Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, allgemeine Erschöpfungszustände und häufige Durchfälle sind Hauptsymptome. Hinzu kommen Auswirkungen auf andere Organe und seelische Belastungen der Betroffenen. Die Ursachen sind trotz intensiver Forschungen bis heute noch weitgehend unbekannt. Deshalb beschränkt sich die Therapie leider immer noch auf die Behandlung der Symptome. In Deutschland sind nach Schätzungen der DCCV rund 320.000 Menschen von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung betroffen.

Kontakt: Christine Witte, Referentin Wissenschaft, Tel.: 030 / 2000392-50, Fax: 030 / 2000392-87, E-Mail: mailcwitte(at)dccv.de. Diese Pressemitteilung ist auch im Internet abrufbar: internwww.dccv.de/presse 

Zusammenfassung
des mit dem DCCV- Forschungsstipendium " Patientenorientierte Forschung bei CED" 2010 ausgezeichneten Forschungsvorhabens von PD Dr. med. Ludger Leifeld (Evangelisches Krankenhaus Kalk gGmbH in Köln)

Vergleich der ungezielten Stufenbiopsieentnahme mit der gezielten Biopsie auffälliger Läsionen mit Videokoloskopen mit oder ohne NBI-Technologie in der Überwachungskoloskopie zur Krebsvorsorge bei Patienten mit langjähriger Colitis ulcerosa

Die langjährige Colitis ulcerosa geht mit einem erhöhten Risiko der Entstehung eines Dickdarmkrebs einher. Daher werden von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) jährliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. Diese Dickdarmspiegelungen sollten bei einem Befall des gesamten Dickdarms ab dem achten Erkrankungsjahr, bei einer Entzündung des linksseitigen Dickdarms ab dem 15. Jahr erfolgen. Hierbei sollen bereits Vorstufen des Dickdarmkrebses (Dysplasien) entdeckt werden um Betroffene rechtzeitig einer Therapie zuzuführen.
Es ist für den Untersucher bei der Colitis ulcerosa schwer diese Vorstufen bei der Darmspiegelung zu erkennen, da sie sich häufig kaum von der Umgebung abgrenzen. Daher ist es in ärztlichen Fachkreisen umstritten, wie die Darmspiegelung technisch durchzuführen ist. Neue technische Entwicklungen können eventuelle Vorteile erbringen. Mit älteren Geräten werden zwingend sehr viele Probeentnahmen (ca. 40 Stufenbiopsien) empfohlen, die aber nur von 9 Prozent der Untersucher entnommen werden.
Ob mit modernsten Videoendoskopen mit oder ohne Narrow-band imaging Technologie bei einer Dickdarmspiegelung die verdächtigen Stellen besser erkannt und gezielt getroffen werden können, soll in einer klinischen Studie untersucht werden.

Pressemitteilung, 5. Juni 2010