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News vom: 24.08.2009 17:00 Uhr -

Von: IS/AK PSC

Viel hilft viel – von wegen?!

Die beste Dosierung von Ursodeoxycholsäure (UDCA) bei primär sklerosierender Cholangitis (PSC) bleibt in der Diskussion. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass eine Hochdosistherapie mit mehr als 25mg Wirkstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag den Patienten sogar schaden kann.

Die Studie wurde an der amerikanischen Mayo-Klinik geleitet. 150 erwachsene PSC-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese waren zu Beginn der Studie hinsichtlich Alter und Geschlecht der Patienten, Krankheitsdauer und Krankheitsgrad vergleichbar. Die eine Gruppe mit 76 Patienten erhielt dann eine Hochdosistherapie mit UDCA, nämlich zwischen 28 und 30 mg/kg/Tag. Die andere Gruppe erhielt ein unwirksames Placebo. Weder die Gruppenmitglieder noch die behandelnden Ärzte wussten, ob die Patienten den Wirkstoff oder das Placebo erhielten (= randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studie). Die Patienten wurden in ihrem Krankheitsverlauf über Jahre hinweg beobachtet. Nach sechs Jahren wurde die Studie wegen negativer Ergebnisse abgebrochen.

Denn es hatte sich gezeigt, dass die Hochdosistherapie-Gruppe den deutlich schlechteren Krankheitsverlauf hatte. 30 dieser Patienten (39%) erlitten entweder eine Leberzirrhose, Krampfadern an der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) oder Gallengangskrebs (Cholangiokarzinom), brauchten eine Lebertransplantation oder starben sogar. In der Placebo-Gruppe waren es hingegen nur 19 Patienten (26%).

Das Ergebnis steht im Widerspruch zu früheren Studien, die UDCA auch in hohen Dosierungen als gut verträglichen Wirkstoff gezeigt hatten. Insofern wird es durch weitere Forschung zu überprüfen sein. Zudem senkt UDCA das Risiko für bestimmte Krebsarten wie Dickdarmkrebs. Nach dem aktuellen Stand der Forschung sollten Patienten also das Medikament weiterhin einnehmen, jedoch nicht in hochdosierter Form mit mehr als 25mg/kg/Tag.

Hintergrundinformation: Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine chronische Erkrankung an den Gallengängen, durch die sich die Gallengänge verengen und vernarben, die Galle gestaut und die Leber geschädigt wird. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf benötigen viele Patienten eine Lebertransplantation. Eine Heilung gibt es derzeit nicht. Ursodeoxycholsäure stellt die Standardtherapie dar, mit der man den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen will, damit die Patienten möglichst auch länger mit ihrer eigenen Leber leben können. 

Quellen:

Peters, Dawn 2009: Study finds adverse effects in treatment for primary sclerosing cholangitis, online unter externhttp://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-08/w-sfa081909.php

Lindor, Keith D. et al. 2009: High-dose ursodeoxycholic acid for the treatment of primary sclerosing cholangitis. In: Hepatology. 2009 (DOI: 10.1002/hep.23082 ). Online unter externhttp://www3.interscience.wiley.com/journal/122394605/abstract