Amerikanische Arzneimittelbehörde verschärft die Warnung vor Krebs bei TNF-alpha-Blockern
Als erstes Ergebnis der im Juni 2008 eingeleiteten Untersuchung zum Zusammenhang von Krebserkrankungen und der Gabe von TNF-alpha-Blockern bei Kindern und Jugendlichen fordert die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) nun deutlichere Warnhinweise in den Fachinformationen der Medikamente.
Eine Fachinformation ist ein umfangreiches Dossier über ein bestimmtes Medikament, welches vom Hersteller dieses Arzneimittels erstellt wird. Es enthält z.B. Informationen und Daten zu den Anwendungsgebieten, Darreichungsformen und Nebenwirkungen.
Die geforderten Warnungen betreffen das erhöhte Risiko von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die diese Wirkstoffe z.B. zur Behandlung von Morbus Crohn erhalten. Darüber hinaus soll zukünftig auch daraufhin gewiesen werden, dass TNF-alpha-Blocker eine Psoriasis (Schuppenflechte) auslösen können.
Grundlage der Untersuchungen waren 48 Erkrankungsfälle, von denen etwa die Hälfte Lymphome (Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome) waren. Die anderen Kinder und Jugendlichen waren an Leukämien, Melanomen oder soliden Tumoren erkrankt.
Es ist sehr schwierig fest zu stellen, in welchem Ausmaß TNF-alpha-Blocker tatsächlich Ursache für spätere Krebserkrankungen sind. Das liegt zum einen daran, dass Patienten, welche TNF-alpha-Blocker erhalten häufig zusätzlich weitere Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin, Methotrexat) erhalten, welche ebenfalls mit einem erhöhten Risiko an Krebs zu erkranken in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus kann auch die Krankheit selbst zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen. Die FDA arbeitet auch weiterhin zusammen mit den Herstellern daran, das Krebsrisiko für Kinder und Jugendliche weiter zu untersuchen.
Insgesamt ist der Einsatz einer Anti-TNF-alpha--Therapie nur nach sorgfältiger und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll. Diese Abwägung muss durch den Patienten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt geschehen, wobei sowohl medizinische Aspekte als auch der Aspekt der Lebensqualität mit einbezogen werden müssen.
Wann der "medizinisch richtige" Zeitpunkt einer Therapie mit Anti-TNF vorliegt, ist unter Experten umstritten. Fakt ist, dass für einige Patienten diese Therapie eine letzte Möglichkeit darstellt, wenn andere Therapien versagt haben. Hier empfinden die Betroffenen den Nutzen im Allgemeinen höher als das Risiko.
Grundsätzlich sieht die DCCV die Betreuung durch sehr CED-erfahrene kindergastroenterologische Ärzte bzw. Zentren als Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken.
Quellen:
- Pressemitteilung der FDA:
http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm175803.htm - Deutsches Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37618/FDA_erweitert_Krebswarnung_bei_TNF-Blockern.htm







