
Die Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen könnte damit zu tun haben, dass der Darm mit Spülmittelrückständen in Kontakt kommt. Dies berichtet die Ärztezeitung unter Berufung auf den CED-Fachmann Professor Christoph Gasche aus Wien, der entsprechende Hinweise aus Tierversuchen gewonnen hat.
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa weltweit gestiegen. Vermutet wird daher schon seit längerem, dass neben einer genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren der Lebensweise für den Ausbruch der Krankheit eine Rolle spielen. Ein solcher Umweltfaktor könnten die Emulgatoren und Detergenzien aus Spül-, Reinigungs- und industriell gefertigten Nahrungsmitteln sein.
Lässt man Versuchsmäusen über einen längeren Zeitraum mit spülmittelhaltigem Wasser trinken, manifestiert sich bei ihnen so oft eine chronische Colitis, dass es nach Ansicht der Wissenschaft kein reiner Zufall sein kann. Damit erscheint plausibel, dass etwa vermehrte Spülmittelrückstände in Trinkgefäßen und auf Essbestecken aus der Spülmaschine sowie chemisch ähnliche Detergenzien und Emulgatoren in einer wachsenden Zahl industriell gefertigter Lebensmittel einen Teil der steigenden CED-Neuerkrankungen erklären könnten.
Allerdings kann man diesen Zusammenhang kaum beweisen, denn ein entsprechendes Experiment an Menschen wäre ethisch nicht zu verantworten. Zumindest aber forderte Professor Gasche, Nahrungsmittelzusätze strenger als bisher unter die Lupe zu nehmen und jeweils zu prüfen, ob sie tatsächlich erforderlich seien.
Quelle:
Chronische Colitis durch Spülmittelrückstände. Meldung in der Ärztezeitung vom 07.02.2008.