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DCCV: 25 Jahre aktiv für Menschen mit Crohn und Colitis

DCCV: 25 Jahre aktiv für Menschen mit Crohn und Colitis: Weiterhin gutes Gedeihen!
Weiterhin gutes Gedeihen!

DCCV-Jahrestagung, 4.-6. Mai 2007, Tübingen

 

Ein großes Arzt-Patienten-Seminar und die Mitgliederversammlung - das macht in "normalen" Jahren die Jahrestagung der DCCV aus. In diesem Jahr aber schaut die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung - DCCV - e.V. auf 25 Jahre bundesweite Selbsthilfearbeit zurück. Und ist daher mit ihrer Jahrestagung an ihren Gründungsort zurückgekehrt: nach Tübingen. Darum hatte neben der internBundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer die Schirmherrschaft übernommen.

Palmer betonte bei der Eröffnung der Tagung, das Engagement der Gründer spiegele den in Tübingen - auch in Reaktion auf die protestantische Tradition - tief verwurzelten Bürgersinn, auch gegenüber der Autorität des Ärztestandes.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind geschwürige, chronische Entzündungen des Verdauungstrakts, so genannte chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Sie verlaufen schubweise und schränken mit häufigem, teilweise blutigem Durchfall, Schmerzen, körperlicher Schwäche, Mangelerscheinungen und Krankheitsfolgen auch außerhalb des Darms (bei Glenken, Haut und Augen) die Betroffenen stark ein. Dazu kommt noch die psychische Belastung, wenn die chronische Erkrankung aus Scham versteckt oder von anderen nicht ernst genommen wird.

Forschungspreise

CED sind bislang nicht heilbar. Auch über die Ursachen ist nur wenig bekannt, obwohl es inzwischen Belege für eine genetische Veranlagung gibt. Derzeit können nur die Symptome behandelt werden. Deswegen fördert die DCCV aktiv die Forschung: sie hat zu Beginn der Jahrestagung wieder den Ludwig-Demling-Preis der DCCV in Höhe von 25.000 Euro, gesponsert von der Falk Foundation e.V., Freiburg, und dazu das DCCV-Forschungsstipendium "Komplementärmedizin bei CED" in Höhe von 20.000 Euro verliehen.

Der Ludwig-Demling-Preis ging zu gleichen Teilen an Priv.-Doz. Dr. Stephan Brand von der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Großhadern in München und Dr. Dr. Holm Uhlig, Assistenzarzt an der Universitätskinderklinik in Leipzig. Brand untersucht in seinem Forschungsprojekt "Die Rolle des IL-23-Zytokin-Systems beim Morbus Crohn" Zusammenhänge zwischen genetischen Veränderungen und Entzündungseiweißen; Uhlig wird eine "In-situ-Analyse von mukosalen Foxp3+ regulatorischen T-Zellen" durchführen. Da im Mausmodell bereits bewiesen ist, dass regulatorische T-Zellen das Immunsystem lokal unterdrücken können, könnte auf dieser Basis eine neue Therapiestrategie entwickelt werden.

Dr. Sabine Westphal, wissenschaftliche Angestellte am Universitätsklinikum Münster, wird sich als Stipendiatin im Bereich Komplementärmedizin damit befassen, wie EGCG, ein Extrakt des grünen Tees, auf Darmentzündungen wirkt.

Veranstaltungen

Schwerpunkte der Selbsthilfe sind Beratung und Information. So lag auch bei den Feierlichkeiten in Tübingen der Schwerpunkt auf Vorträgen und Workshops für die Betroffenen. Und das Jubiläumsjahr bietet weiterhin eine Zahl von über das Land verteilten, als "Leuchttürme" herausragenden Informationsveranstaltungen.

Den Auftakt des Festwochenendes bildete am Freitagabend, 4. Mai, ein Jubiläumsempfang im Hotel "Stadt Tübingen", auf dem sich langjährige Mitstreiter und Weggefährten mit derzeitigen Ehrenamtlern und ortsansässigen Mitgliedern trafen. Die Festrede hielt der seit den Anfängen mit der DCCV verbundene Prof. Dr. Helmut Malchow, der seit seiner Emeritierung in Stuttgart wirkt.

Am Samstag, 5. Mai, konnten die Besucher im gutbesuchten Hörsaalzentrum "Morgenstelle" der Tübinger Universität je nach Vorkenntnis zwischen Vorträgen in zwei "Schwierigkeitsstufen" wählen. Patienten und Interessierte mit weniger Erfahrung konnten namhafte CED-Fachleute - nicht nur aus dem südwestdeutschen Raum - zu Themen von der Standarddiagnostik und -Therapie bis zu Begleiterkrankungen und Lebensqualität hören. Fortgeschrittene und gut Informierte konnten sich bei einem weiteren Arzt-Patienten-Seminaren (APS), das für Ärzte zur Weiterbildung zertifiziert war, über speziellere Themen informieren. Referenten waren hier z.B. der in Zürich lehrende Prof. Dr. Dr. Gerhard Rogler über die Suche nach den Ursprüngen der Erkrankung. Der Kölner Gastroenterologe Prof. Dr. Wolfgang Kruis, Vorsitzender des Beirats der DCCV, sprach zu den durch die Veränderungen im Gesundheitssystem aktuellen Fragen der - in Nähe zum Patienten und Qualität des Angebots - ausreichenden Versorgung der chronisch Kranken. Hinter den APS der DCCV steht die Grundidee des gemeinsamen Lernens auf gleicher Augenhöhe: Auch die Ärzte lernen bei APS von den Patienten.

Ein Bunter Abend, den der Landesverband Baden-Württemberg der DCCV gestaltet hatte, rundete einen vollen Tag ab. Nach den vielen Informationen und den wichtigen, zukunftweisenden Entscheidungen für den Verband am Vor- und Nachmittag konnte gemeinsam mit alten Weggefährten in einem lockeren Rahmen gefeiert werden.

Der Sonntagmorgen bot dann noch einmal ein breites Programm auf der Morgenstelle. Vorträge zu bestimmten Therapiemethoden wurden ergänzt durch Workshops, die sich um spezielle Krankheitssituationen drehten: die Themen waren Stoma oder Pouch (ein Ersatzreservoir nach der Entnahme des Dickdarms aus der letzten Dünndarmschlinge), PSC, eine seltene, aber oft mit CED verbundene degenerative Erkrankung der Leber- und Gallengänge, oder die besondere Ernährungssituation von betroffenen Kindern und Jugendlichen angesichts der Gefahr der Mangelernährung durch die Erkrankung.

Auch am Sonntag konnten sich die Besucher an Verbandsständen und in einer Industrieausstellung informieren. Vor allem aber war hier für die Betroffenen, die sich oftmals wenig Akzeptanz auch in ihrer engsten Umgebung gegenüber sehen, zu erfahren:

Du bist nicht allein mit deiner CED!

Broschüre mit Kurzfassungen der Vorträge

internVorträge während der DCCV-Jahrestagung 2007 in Tübingen

 

 

 

 

DCCV-Jahrestagung: Pressekonferenz in Stuttgart

internImpressionen der Pressekonferenzen zur Jahrestagung