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Ein kurzer Bericht von der

Jahrestagung und Mitgliederversammlung der DCCV 2011

in München

Hörsaalgebäude Pettenkoferstr. 14

Nach Hamburg, Leipzig und Braunschweig war es an der Zeit, mit der Jahrestagung der DCCV, Arzt-Patienten-Seminar und Mitgliederversammlung, wieder einmal in den Süden des Landes zu gehen. So fand die 2011er Tagung am Samstag, 4. Juni, in München statt.

Mit der Bereitschaft von Frau Prof. Dr. S. Koletzko von der Kinderklinik des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der Universität München (LMU), die wissenschaftliche Leitung des internArzt-Patienten-Seminars zu übernehmen, wurde es möglich, ein paralleles Programm für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern bzw. Erwachsene anzubieten und auf jeweils spezifische Probleme bei der Diagnostik und Therapie dieser Gruppen gesondert einzugehen.

Prof. Dr. S. Koletzko

Der durchweg mit Münchener Referenten besetzte Vormittag begann jedoch, nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der DCCV, die wissenschaftliche Leiterin und den DCCV-Landesverband Bayern mit einem einleitenden Vortag für alle von Prof. Dr. S. Brand von der Med. Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums, Campus Großhadern. Prof. Brand sprach über „Neue Behandlungsmöglichkeiten der CED“.

Themen im Block „Kinder/Jugendliche“ waren die „Vorbereitung auf den Übergang aus der Kindergastroenterologie in die Erwachsenenmedizin“ (Prof. Koletzko), Ernährung und Sport (K. Werkstetter), Medikamente bei Kindern und Jugendlichen (PD Dr. P. Bufler, alle aus der Kinderklinik). Abschließend kamen Aktive aus der DCCV, von der Kind-/Eltern-Initiative und den Youngstern aus der Betroffenenperspektive zu Wort.

Auf die Probleme der Erwachsenen wurde im parallelen zweiten Block eingegangen: Chirurgie – nur der letzte Ausweg? (Dr. D. Wilhelm, Chirurgische Klink Rechts der Isar), CED-Medikamente (Prof. Dr. J. Seiderer-Nack, Med. Klinik II Großhadern), extraintestinale Manifestationen (PD Dr. V. Gülberg, Med. Klinik Innenstadt). Auch hier durfte die Betroffenenperspektive, vertreten durch den DCCV-Arbeitskreis Pouch, nicht fehlen.

Prof. Dr. J. Emmrich, Rostock; Birgit Katz, DCCV; Dipl.-Biol. Peggy Bodammer, Rostock; Prof. Dr. S. Koletzko, München; Ditmar Lümmen, DCCV

Forschungsstipendium

Ein Höhepunkt der Jahrestagung war die Verleihung des DCCV-Forschungsstipendiums „Komplementärmedizin bei CED“ 2011 in Höhe von 20.000 Euro, das in diesem Jahr Frau Diplom-Biologin Peggy externBodammer, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Gastroenterologie des Universitätsklinikums Rostock, erhielt.

Das geförderte Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der „Charakterisierung anti-inflammatorischer und immunmodulatorischer Effekte von Kolostrum bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“.

Kolostrum ist die proteinreiche Erstmilch, etwa ein bis zwei Tage nach der Geburt. Durch den hohen Anteil an Immunantikörpern wird das Immunsystem der Neugeborenen besonders gestärkt. Den Abschluss des Arzt-Patienten-Seminars bildete die Zusammenfassung der Ergebnisse aus den beiden Blöcken für die Besucher des jeweils anderen Teils durch Prof. Koletzko und Prof. Seiderer-Nack.

Mitgliederversammlung

Die internMitgliederversammlung der DCCV e.V. begann dann nach dem Mittagessen. 86 ordentliche Mitglieder hatten sich versammelt.

Nach dem Totengedenken erläuterte der DCCV-Vorsitzende, Ditmar Lümmen, in Ergänzung der schriftlich vorliegenden Berichte des Vorstandes, der Landesverbände, Arbeitskreise und des Beirats, einige Punkte aus der Arbeit der DCCV, die ihm besonders am Herzen lagen. Anschließend gab Marga Ratzlaff als zuständiges Vorstandsmitglied mit dem Bericht über die Kassenprüfung über die Finanzen des Verbandes Auskunft.

Ohne Diskussionsbedarf wurde die Entlastung des Vorstands beantragt und bei Enthaltung der Vorstandsmitglieder gebilligt.

Nach der Vorstellung der angestrebten Strukturänderungen der DCCV von der Mitgliederversammlung hin zu einer Delegiertenversammlung wurden die vom Vorstand vorgeschlagenen Eckpunkte für eine neue Satzung mit überwältigender Mehrheit gebilligt. Diese Eckpunkte waren schon 2010 in Braunschweig vorgestellt worden und sind nach den Diskussionen und Beratungen des letzten Jahres um einen Punkt (und in der Versammlung durch einen Prüfungsauftrag) zu den Rechten der Mitglieder vor der Delegiertenversammlung erweitert worden.

Sie bilden das Gerüst an dem nun in Absprache mit Juristen und dem zuständigen Amtsgericht (die DCCV ist in das Kölner Vereinsregister eingetragen) bis zur Mitgliederversammlung 2012 die neue Satzung mit vereinsrechtlich gültigen Formulierungen in den einzelnen Punkten ausgearbeitet wird. Wenn die Mitgliederversammlung die neue Satzung dann annimmt und die Eintragung im Vereinsregister ohne Probleme läuft, können die DCCV-Mitglieder eine erste Delegiertenversammlung wählen, die vielleicht schon die nächste Vorstandswahl 2013 übernehmen kann.

Dem Antrag auf Einrichtung eines auf DCCV-Mitglieder beschränkten Forums zur Diskussion von Verbandsinterna gab die Mitgliederversammlung statt, eine geforderte Pflicht zur Verwendung von Klarnamen in diesem Forum lehnte sie aus Datenschutzgründen aber ab. Ein Antrag zur Einrichtung von Unterkonten für Selbsthilfegruppen wurde zurückgezogen. Auf der Basis eines Antrages zum Engagement der DCCV in der Frage von Lecithin als Medikament hat die Versammlung sich mit diesem Thema beschäftigt.

Für interessierte Mitglieder bestand die Möglichkeit den Abend mit den Aktiven und dem Vorstand mit einem Grillen in der Unterkunft der Aktiven in Ismaning ausklingen zu lassen.

Die nächste Mitgliederversammlung findet 2012, im 30sten Jubiläumsjahr des Verbandes, in Berlin statt.

Thomas Werner Hackländer, 7. Juni 2011